Muschelglimmer

Kategorie: Tuch und Schal

Mein Combinatorics-Tuch ist fertig, gewaschen und gespannt. Und fotografiert. Spannen und Fotografieren waren doch tatsächlich am schwierigsten bei der Geschichte. Ich hatte ziemlich verdrängt, dass es reichlich Platz braucht, um so ein Tuch auf meine Spannmatten zu pinnen und das Ensemble dann in Ruhe trocknen zu lassen. Zum Spannen habe ich mir verschiedene Styroporplatten in unterschiedlichen Größen und eine Korkmatte zugelegt. Damit kann ich je nachdem, wie groß das zu spannende Teil ist und welche Form es hat, die passende Unterlage zusammenpuzzeln. Diesmal hat es sich glücklicherweise ergeben, dass wir den großen Esstisch in der Zeit nicht gebraucht haben und ich konnte meine Spannmatten dort drauflegen. Das schont den Rücken beim Festpinnen des Tuchs. Eine der Spannmatten, die zu weit überstand, weil die Breite des Tischs nicht ganz gereicht hat (zumindest nicht für Tuch UND Matte), habe ich mit der Querstrebe einer Stuhllehne abgestützt. So sah das dann aus:

Die hellen Flecken rechts sind von der Sonne. Ohne Sonne ist schlecht fotografieren, mit Sonne ist es aber auch nicht gerade einfach.

Als das Tuch trocken war, das nächste Problem. Wie kann ich es in ganzer Pracht aufs Bild bannen?

Es hatte in der Nacht zuvor ordentlich geregnet. Busch, Baum, Gras, alles nass. Ich brauchte also erst gar nicht zu überlegen, wo ich das Tuch draußen drapieren könnte. Ich musste meine Fotos drinnen schießen. Aber ich denke, man sieht doch, wie schön das Tuch geworden ist.

Ich mag jeden einzelnen Abschnitt des Musters. Sogar die Streifen in kraus rechts. Und das, obwohl ich kein so großer Fan von kraus rechts bin. Viele mögen es wohl, weil man dabei keine linken Maschen stricken muss. Dieser Vorteil wird für mich persönlich aber dadurch abgeschwächt, dass ich in der Folgereihe, in der ich dann linke Maschen vor mir habe und in diese einstechen muss, sehr aufpassen muss, um nicht irgendwo falsch einzustechen. Zwar kann ich auch glatt rechts nicht ohne hinzuschauen stricken, aber die linken Maschen richtig zu erwischen, um sie rechts abzustricken, fordert von mir doch noch einen Tick mehr Aufmerksamkeit. Ich werde wohl nie jemand, der Stricken und gleichzeitig Lesen kann. Muss ja aber auch nicht sein. Ich übe mich in der „Achtsamkeit des Strickens“. Schließlich stricke ich ja gerne und nicht ausschließlich nur, damit hinterher ein bestimmtes Teil dabei herauskommt.

Weil es so schön ist, noch ein paar Nahaufnahmen des Musters.

Das Tuch habe ich mit Sockenwolle gestrickt, genauer, mit Drops Fabel. Die Nadelstärke war 4,0. Den jeweils nicht benötigten Faden der anderen Farbe habe ich am Rand mit hochgenommen. Nur beim ersten Lace-Abschnitt nicht, dort habe ich den Faden noch abgeschnitten. Abgekettet habe ich nicht wie in der Anleitung angegeben durch Überziehen, sondern mit „Jeny’s surprisingly stretchy bind off“. Ursprünglich wollte ich die mittlere Größe stricken, aber da mir die Sache so viel Spaß machte, das Muster schön und eingängig zu stricken war und ich genug Wolle hatte, habe ich den letzten Clue noch dazugenommen und Größe L gestrickt. Das Tuch hat nach leichtem Spannen eine Spannweite von 200 cm und ist an der breitesten Stelle, also an der Spitze, 50 cm breit. Es wiegt ca. 170 Gramm.

Während ich diesen Blogbeitrag schreibe, habe ich dieses Tuch um die Schultern liegen. Die Enden kann ich wunderbar vorne verkreuzen. Auch wenn ich mich bewege, rutscht nichts herunter. Genau so soll es sein.

Auch der sechste Teil hat wieder Spaß gemacht. So viel Spaß, dass ich nach dem probeweisen Umlegen des Tuchs beschlossen habe, dass es gerne noch etwas größer werden kann und ich den siebten Teil doch auch noch mitstricke.

Tatsächlich mit dem Maßband ausgemessen habe ich es bisher nicht. Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich groß die Tuchgrößen durch die jeweilige Fadenspannung und Strickfestigkeit ausfallen. Manche Mitstrickerinnen haben ihr Tuch bereits nach dem fünften Teil, der von der Designerin angedachten kleinsten Größe S, schon beendet. Damit hat die ein oder andere bereits die Länge erreicht, die die Designerin für Größe L angegeben hat. Ich will ein Tuch, dessen Enden ein Stück über den Brustbereich herunterhängen, wenn ich es mir locker um den Hals schlinge. Mit Größe M dachte ich erreiche ich dies. Aber da fehlen nun doch noch ein paar Zentimeter. Deshalb stricke ich weiter. Die Wolle sollte dafür eigentlich auch reichen. Wir werden sehen.

Das schöne Wetter am gestrigen Sonntag hat mich mit meinem Strickzeug raus auf den Balkon gelockt. Ich kam sehr gut voran, nur ein paar Reihen Kraus rechts haben noch gefehlt am Abend. Die habe ich heute Morgen noch gestrickt.

Leider ist der Himmel heute bedeckt, die Sonne hat nur mal ganz kurz herausgelinst. Aber da war ich noch nicht ganz soweit zum Fotografieren. Ohne Sonne wirken die Farben gleich ganz anders.

Mein Combinatorics-Tuch nach Hinweis Nummer 4:

Für die mittlere Größe, die ich zu Stricken geplant habe, ist die Hälfte bereits erreicht. Es stehen noch drei Teile aus. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Combinatorics MKAL – Clue 3

Von Muschelglimmer - 31.August 2017, 19:54 Uhr


Vor lauter Husch und Zack habe ich Teil zwei meines Mystery-Tuchs gar nicht gezeigt. Dies hier ist schon der Stand nach dem dritten Teil. Das Muster strickt sich flott weg, die krausen Reihen ja sowieso. Morgen Abend wird Teil vier des Musters veröffentlicht. Ich freue mich schon drauf.

Combinatorics MKAL

Von Muschelglimmer - 20.August 2017, 16:01 Uhr

Es war nur eine Frage der Zeit, wann ich wieder ein Tuch anfange zu stricken. Ich weiß nicht warum, aber handgearbeitete Tücher faszinieren mich. Solche ohne Lochmuster, noch mehr welche mit Lochmuster, Lace genannt. Von Anfang an, als ich begonnen hatte, mich auf Handarbeitsseiten im Internet herumzutreiben, habe ich bewundert, wie bestimmte „Garnverwicklungen“ und, nun ja, schlicht Löcher ein Muster bilden. Gehäkelt habe ich noch kein Tuch. Auch das kommt irgendwann noch, da bin ich mir sicher. Es muss mir nur im rechten Moment ein entsprechender Crochetalong über den Weg laufen, dann ist es soweit. Falls jemand mit dem Wort Crochetalong nichts anfangen kann, hier habe ich dies und weitere geheimnisvolle Begriffe und Buchstaben bereits einmal erklärt.

Geheimnisvoll geht es jetzt auch weiter – vielleicht nicht für Euch, aber für mich, denn auf Ravelry hat vorgestern ein neuer MKAL begonnen. In einer Gruppe wird ein leicht asymmetrisches Tuch mit Lochmuster und Abschnitten in kraus rechts gestrickt, entweder mit einer oder mit zwei Farben. Bei der Größe kann man unter drei Möglichkeiten wählen. Meins wird am Ende eine ungefähre Spannweite von 178 cm haben und an der breitesten Stelle 41 cm breit sein. Abgesehen von dem Paar Geburtstagssocken, das ich hier im Blog noch gar nicht gezeigt habe, weil es erst vorgestern verschenkt wurde, habe ich bisher immer nur mit einer Farbe gestrickt. Bei diesem Tuch werde ich es jetzt auch einmal mit zwei Farben gleichzeitig aufnehmen. Den ersten Hinweis, den ersten Teil, neudeutsch Clue, habe ich heute Morgen fertiggestellt. Und bereits etwas dabei gelernt. Nämlich wie man den jeweils gerade nicht verwendeten Faden am Rand mit hochnimmt. Das ist gar nicht schwer. Trotzdem habe ich den blauen Faden am Ende des schmalen unteren Abschnitts abgeschnitten und oben wieder neu angesetzt. Und so sieht der Anfang des Tuchs, das übrigens unter dem Namen Combinatorics MKAL läuft, bei mir aus:

Morgen wird schon Teil zwei der Anleitung veröffentlicht, dann kann ich weiternadeln.

Abgelegt unter: Stricken,Tuch und Schal | RSS 2.0 | TB | Tags:  | Keine Kommentare

Azzus Schal

Von Muschelglimmer - 15.Juli 2012, 10:26 Uhr

Nein, natürlich ist es mein Schal. Und er ist fertig. Schon eine ganze Weile. Es hat nur etwas gedauert, bis ich das Teil endlich gespannt und fotografiert habe.

Die Anleitung habe ich bei Ravelry gefunden, die Wolle war mal ein „Sackdrache“ von Drachenwolle. Die Farben kommen auf diesem Foto nicht so ganz rüber, zu viel Sonne auf einmal, ganz im Gegensatz zu heute. Hier sah man die Farben besser.

Ich muss dran denken, dass ich solche Tücher in Zukunft mit größerer Nadelstärke stricke. 4 ist vom Maschenbild her nicht schlecht, aber mir bleibt dann immer ein recht großer Wollrest, der im Tuch viel besser aufgehoben wäre. Mit 152 cm an der langen Seite und 38 cm von oben zur Spitze gemessen hat es eine schöne Größe, aber ein paar Zentimeter mehr wären auch nicht verkehrt.

Abgelegt unter: Stricken,Tuch und Schal | RSS 2.0 | TB | Tags:  | Keine Kommentare

….bin ich wieder da.

Wo ich war? Na, nebenan in der Küche, was Neues ausprobieren. „Ach!?“, werdet Ihr jetzt sagen, „Beim Stricken stümpert sie noch so rum, schafft nichtmal zwünfunddrölfzig Maschen pro 3/4 Sekunde, keine neunundzwubzighundert Socken, Schals und Stulpen pro Monat und dann schon wieder was Neues?“ Na ja, man wird ja wohl mal zwischendurch Hunger kriegen dürfen, oder? Und deshalb dachte ich mir, guck doch mal, wie das so ist mit dem Brotbacken.

Schuld ist – wie so oft – das Internet. Kaum surfe ich mal wieder fröhlich in den digitalen WWWogen, schon treffe ich auf die tollsten Brotfotos. Ach, denke ich, das wär´s ja! Kann so schwer ja nicht sein. Oma, Gott hab´sie selig, hat früher auch manchmal selbst Brot gemacht. Die Oma wiederum war übrigens schuld (ja, ausnahmsweise mal nicht das Internet. Wie auch, gab´s ja da noch gar nicht), die Oma also war schuld dran, dass ich lange Zeit dachte, Brot k a n n man gar nicht daheim backen. Denn Oma brachte ihr Brot noch im Gärkörbchen zum Bäcker in die Backstube. Dort wurde es dann gebacken. So lief das. Und ich schnappte wohl irgendwie dabei auf: Brot kann man nicht daheim backen, der heimische Backofen tut´s nicht.

Brotbackautomaten, die irgendwann aufkamen, haben mich nie interessiert. Noch so´n Ding, das in der Küche rumsteht und Platz wegnimmt? Nö! Aber diese Brotfotos da im Netz, da war´s dann jedenfalls geschehen. Lange Rede, kurzer Sinn. Zum Jahresanfang gab´s im Hause Muschelglimmer einen guten Vorsatz, der da lautete: Sauerteig ansetzen! Aus dem Vorsatz wurde innerhalb von fünf Tagen ein gelungener Ansatz beziehungsweise Sauerteig und seit dem habe ich hier einen neuen Mitbewohner, der regelmäßig gefüttert und beschäftigt sein will.

Das mit dem „Kann so schwer nicht sein“ musste ich inzwischen korrigieren. Einerseits ist es tatsächlich kein Hexenwerk, das Brotbacken. Andererseits, sooooo einfach isses nu´auch wieder nicht. Es kommen, wenn man nicht gerade unfreiwillig die Granitausgabe fertigt, gleich lecker duftende, essbare Ergebnisse dabei rum. Allerdings hat Teig auch ein nicht zu unterschätzendes Eigenleben, das der eifrige Brotbackanfänger erst kennen- und beherrschenlernen muss.

Ruckzuck holt man also ein leckeres Weizenmischbrot aus dem Ofen. Von der einen Seite ganz nett anzusehen….

….aaaaaber die andere Seite, öha!

Macht nix, die Krume ist locker.

Noch was Schönes neben dem gratis Raumduft in der ganzen Wohnung beim Backen: Eventuelle Misserfolge können im Allgemeinen einfach aufgefuttert werden. Ja, da guckt jeder Schreiner neidisch, der kann das nicht! Aber was heißt hier auch Misserfolg? Ich habe mir sagen lassen, selbst erfahrenen Bäckern passieren Brotfehler, so wie auch dem langjährigen Strickass mal ein Projekt danebengeht, weil das verstrickte Garn sich anders verhält als erwartet.

Apropos Stricken. Tu ich auch wieder. Weil ich nicht gleich an den Socken weiternadeln wollte, die tatsächlich auch schon eine Weile *hüstel* angefangen im Strickkörbchen liegen, habe ich ein kleines Tuch angeschlagen. So als Fingerübung. Und zum Proben, ob ich die rechten und linken Maschen noch kann 😉

Nun denn, langsam und gemütlich geht´s weiter. Hier, auf´m Sofa beim Stricken, in der Küche beim Backen und wer weiß, was mir noch so alles einfällt. Vielleicht habt Ihr ja Lust, wieder mitzulesen. Ich würde mich freuen.

Blaue Kluntje

Von Muschelglimmer - 08.Juni 2011, 10:50 Uhr

Vielleicht kommt´s davon, wenn man zu viel Ostfriesentee trinkt. Ihr kennt Ostfriesentee? Eine ausgewählte Mischung von Schwarztees, getrunken mit Kluntje und Sahne. Sehr lecker! Als ich Anfang April mit dem Laceschal begonnen habe, war ich in Ostfriesland und habe entsprechend auch täglich Ostfriesentee getrunken. Und wie ich mir das Muster so angucke und die Kluntjes in der Zuckerbüchse, da konnte ich gewisse Ähnlichkeiten nicht übersehen. Deshalb heißt der Schal nun „Blaue Kluntje“.

An der Farbe erkennt man es schon, das ist wieder eine Auftragsarbeit von und für meine Schwester.

Gestrickt aus Drachenwolle-Lacegarn mit 4,5er Nadeln ist das Tuch genau 88 Gramm schwer und misst ca. 180 cm x 38 cm. Ursprünglich heißt das Muster „Silvester“ und ist von Anna Dalvi.

Übrigens, Ostfriesentee trinke ich natürlich nicht nur in Ostfriesland, den mag ich auch daheim gerne.

Halswärmer

Von Muschelglimmer - 09.Januar 2011, 12:04 Uhr

Eigentlich ist so ein Halswärmer ja schnell gestrickt. Aber wenn einem Feiertage wie Weihnachten und Silvester dazwischenkommen, dann kann man dafür schon mal länger brauchen. Aber nun ist er fertig und hat sich auch schon bewährt, mein „transportabler Rollkragen“.

Halswärmer

Ich habe genau einen Strang Noppengarn mit Nadelstärke 6 verstrickt. Ein paar Runden mehr hätten es gerne sein dürfen, denn wenn ich ihn mir als Kapuze über den Kopf ziehe, ist es im Nacken etwas knapp, aber ich bin trotzdem zufrieden mit meinem ersten selbstgestrickten Schalkragen.

Muschelglimmer läuft unter Wordpress 4.8.3
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates
68 Verweise - 0,183 Sekunden.