Muschelglimmer

Kategorie: Stricken

Auch der sechste Teil hat wieder Spaß gemacht. So viel Spaß, dass ich nach dem probeweisen Umlegen des Tuchs beschlossen habe, dass es gerne noch etwas größer werden kann und ich den siebten Teil doch auch noch mitstricke.

Tatsächlich mit dem Maßband ausgemessen habe ich es bisher nicht. Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich groß die Tuchgrößen durch die jeweilige Fadenspannung und Strickfestigkeit ausfallen. Manche Mitstrickerinnen haben ihr Tuch bereits nach dem fünften Teil, der von der Designerin angedachten kleinsten Größe S, schon beendet. Damit hat die ein oder andere bereits die Länge erreicht, die die Designerin für Größe L angegeben hat. Ich will ein Tuch, dessen Enden ein Stück über den Brustbereich herunterhängen, wenn ich es mir locker um den Hals schlinge. Mit Größe M dachte ich erreiche ich dies. Aber da fehlen nun doch noch ein paar Zentimeter. Deshalb stricke ich weiter. Die Wolle sollte dafür eigentlich auch reichen. Wir werden sehen.

Das schöne Wetter am gestrigen Sonntag hat mich mit meinem Strickzeug raus auf den Balkon gelockt. Ich kam sehr gut voran, nur ein paar Reihen Kraus rechts haben noch gefehlt am Abend. Die habe ich heute Morgen noch gestrickt.

Leider ist der Himmel heute bedeckt, die Sonne hat nur mal ganz kurz herausgelinst. Aber da war ich noch nicht ganz soweit zum Fotografieren. Ohne Sonne wirken die Farben gleich ganz anders.

Mein Combinatorics-Tuch nach Hinweis Nummer 4:

Für die mittlere Größe, die ich zu Stricken geplant habe, ist die Hälfte bereits erreicht. Es stehen noch drei Teile aus. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Sommersöckchen

Von Muschelglimmer - 06.September 2017, 19:58 Uhr

In meinem Wollvorrat kullern ein paar Restknäuel Sockenwolle herum, übrig von Projekten, die ich vor Jahren gestrickt habe. Meist wartet auch auf diese Restknäuel irgendwo eine Anleitung, die wie für sie gemacht ist. Man muss sie nur entdecken. Bei meinen Feuerspitzen passen die Färbung der Wolle und das Muster sowie der Mustername wunderbar zusammen.

Ich mag diese Söckchen sehr. Mich erinnern sie an diese Feuerläufer, die barfuß über glühende Holzkohlestückchen laufen. Auch eine Art, warme Füße zu bekommen. Ich bevorzuge aber meine Söckchen. Das Muster ist einfach und machte mir bereits beim Stricken viel Spaß.

Dieses Restknäuel ist übriges nach einem Paar Armstulpen übrig geblieben, das ich im Dezember 2009 gestrickt habe. Die Stulpen gibt es noch, ich ziehe sie immer wieder gerne zum Autofahren an, wenn morgens das Lenkrad eiskalt ist.

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Dass ich auf Mysteries stehe, dürfte mittlerweile klar sein. Was diese speziellen Mysteries sind, habe ich auch schon erklärt. Man strickt oder häkelt nach einer Anleitung, die häppchenweise herausgegeben wird. Man sieht also erst zum Schluss, wie das Teil, das man da macht, genau aussieht. Und dann habe ich bei meiner Erklärung behauptet, dass man immerhin weiß, was man strickt oder häkelt. OK, das war nur die halbe Wahrheit.

Tatsächlich gibt es auch Mysteries, bei denen man gar nicht weiß, was da hinterher rauskommt. Eben das absolut mysteriöse Mystery. Da weiß man vorher wirklich nur, wieviel Garn in welcher Stärke man braucht und los geht´s. Find doch selber raus, was Du da fertigst! In der Ravelry-Gruppe mystery 220 (more or less) ziehen die das tatsächlich durch. More or less heißt mehr oder weniger, die 220 steht für 220 Yards Garn, was ungefähr 200 Metern entspricht. Man nadelt also immerhin nicht auf gut Glück ein riesengroßes Teil, mit dem man hinterher womöglich nichts anfangen kann. 200 Meter Garn zu verarbeiten ist jetzt nicht die Welt, da kann man sich schon mal drauf einlassen. Und genau das habe ich getan.

Alle paar Tage ein weiteres Stück der Anleitung und mehr und mehr erkennt man das, was da eben entsteht. Meistens. Das Mal zuvor, als ich nur fasziniert zugeschaut, aber nicht mitgemacht habe, war dem ein oder anderen bis zum Ende unklar, woran er sich nun erfreuen kann. Auch mir erschloss sich die Sache nicht ohne erklärendes Foto. Man kann ja vieles Stricken und Häkeln, ich staune da manchmal Bauklötze. Und nein, ätsch, ich verrate nicht, was da am Ende dabei rumkam. Aber ich enthülle Euch meine mysteriöse Mystery-Premiere, denn Anfang August hat die Neugier gesiegt. Das geforderte Garn hatte ich im Vorrat und ich habe den Blindflug mitgemacht. Zwei Farben wurden es einfach deshalb, weil ich Restgarn genommen habe. Den Zeitpunkt des Farbwechsels hat das Ende des Knäuels bestimmt.

Die Spekulationen gingen bald ziemlich einhellig in Richtung Omas Nachthäubchen. In dem Fall hätte ich mit meiner Farbwahl einen Volltreffer gelandet. Nach dem zweiten Hinweis hätte Oma allerdings schon einen ordentlichen Eierkopf haben müssen, damit ihr das vermeintliche Nachthäubchen nicht über die Augen rutscht. Der dritte Hinweis hat dann auf die richtige Spur geführt. Das einzige, was für mich, die ich bisher nicht so wahnsinnig viele Dinge genadelt habe, noch überraschend und unbekannt war, war der Abschluss in zweierlei Hinsicht. Hier mal die einzelnen Schritte zusammengefasst:

Tadaaaa: Eine Market Bag, also eine Markttasche, in der man seine Einkäufe vom Markt nach Hause tragen kann. Einen großen Kürbis oder eine Wassermelone würde ich allerdings nicht unbedingt reinpacken, außer man möchte austesten, wie dehnfähig die verwendete Baumwolle denn nun so ist. Aber für ein paar Äpfel, einen Salatkopf und ein Sträußchen Petersilie ist die Tasche allemal ausreichend.

Ich hatte mit einem einzigen Riemen zum Tragen der Tasche gerechnet, die zwei Trageschlaufen waren für mich ein kleines Aha-Erlebnis. Und ich hatte tatsächlich zuvor noch nie einen I-Cord-Abschluss gestrickt.


So eine Market Bag hätte ich wahrscheinlich nicht unbedingt in den nächsten Wochen gestrickt. Aber jetzt habe ich sie und ich finde sie wirklich nicht übel. Ich bin sicher, ich werde den Spaß mit dem absoluten Mystery bei Gelegenheit wieder mitmachen. Wer weiß, was Nützliches dabei herauskommt.

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Combinatorics MKAL – Clue 3

Von Muschelglimmer - 31.August 2017, 19:54 Uhr


Vor lauter Husch und Zack habe ich Teil zwei meines Mystery-Tuchs gar nicht gezeigt. Dies hier ist schon der Stand nach dem dritten Teil. Das Muster strickt sich flott weg, die krausen Reihen ja sowieso. Morgen Abend wird Teil vier des Musters veröffentlicht. Ich freue mich schon drauf.

Geburtstagssocken

Von Muschelglimmer - 27.August 2017, 07:36 Uhr

Im letzten Beitrag war die Rede von Geburtstagssocken, bei denen ich zwei Farben verwendet habe. Diese Socken möchte ich heute zeigen. Sie sind für einen guten Freund, dem ich bereits mehrere Paare geschenkt habe.

Socken in Größe 46/47 dauern immer eine ganze Weile. Nicht nur bei mir. Es ist halt doch ein ganzes Stück mehr zu stricken, als bei Größe 38 oder 40. Weil ich aber rechtzeitig angefangen habe, wurden sie sogar schon einige Zeit vor dem Geburtstag fertig. Ich wollte sie nur noch nicht hier einstellen, um nicht eventuell die Überraschung zu verderben. Für die Spitze musste ich auf ein Restknäuel schwarzer Wolle zurückgreifen. Es war das erste Mal, dass die Wolle nicht gereicht hat. Ich hatte gar nicht vermutet, dass das Muster so viel Wolle frisst. Es nennt sich „Kleine Quadrate“, aber weil meine Wolle so schön grau war, heißen die Socken bei mir nur „Kleine graue Zellen“.

Mittlerweile habe ich die Rückmeldung bekommen, dass die Socken sehr gefallen und auch wieder prima passen. So macht die Sache Spaß!

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Combinatorics MKAL

Von Muschelglimmer - 20.August 2017, 16:01 Uhr

Es war nur eine Frage der Zeit, wann ich wieder ein Tuch anfange zu stricken. Ich weiß nicht warum, aber handgearbeitete Tücher faszinieren mich. Solche ohne Lochmuster, noch mehr welche mit Lochmuster, Lace genannt. Von Anfang an, als ich begonnen hatte, mich auf Handarbeitsseiten im Internet herumzutreiben, habe ich bewundert, wie bestimmte „Garnverwicklungen“ und, nun ja, schlicht Löcher ein Muster bilden. Gehäkelt habe ich noch kein Tuch. Auch das kommt irgendwann noch, da bin ich mir sicher. Es muss mir nur im rechten Moment ein entsprechender Crochetalong über den Weg laufen, dann ist es soweit. Falls jemand mit dem Wort Crochetalong nichts anfangen kann, hier habe ich dies und weitere geheimnisvolle Begriffe und Buchstaben bereits einmal erklärt.

Geheimnisvoll geht es jetzt auch weiter – vielleicht nicht für Euch, aber für mich, denn auf Ravelry hat vorgestern ein neuer MKAL begonnen. In einer Gruppe wird ein leicht asymmetrisches Tuch mit Lochmuster und Abschnitten in kraus rechts gestrickt, entweder mit einer oder mit zwei Farben. Bei der Größe kann man unter drei Möglichkeiten wählen. Meins wird am Ende eine ungefähre Spannweite von 178 cm haben und an der breitesten Stelle 41 cm breit sein. Abgesehen von dem Paar Geburtstagssocken, das ich hier im Blog noch gar nicht gezeigt habe, weil es erst vorgestern verschenkt wurde, habe ich bisher immer nur mit einer Farbe gestrickt. Bei diesem Tuch werde ich es jetzt auch einmal mit zwei Farben gleichzeitig aufnehmen. Den ersten Hinweis, den ersten Teil, neudeutsch Clue, habe ich heute Morgen fertiggestellt. Und bereits etwas dabei gelernt. Nämlich wie man den jeweils gerade nicht verwendeten Faden am Rand mit hochnimmt. Das ist gar nicht schwer. Trotzdem habe ich den blauen Faden am Ende des schmalen unteren Abschnitts abgeschnitten und oben wieder neu angesetzt. Und so sieht der Anfang des Tuchs, das übrigens unter dem Namen Combinatorics MKAL läuft, bei mir aus:

Morgen wird schon Teil zwei der Anleitung veröffentlicht, dann kann ich weiternadeln.

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Mysteriös

Von Muschelglimmer - 04.Juni 2017, 13:36 Uhr

Mir ist da vor ein paar Wochen etwas Seltsames passiert. Man kann es durchaus mysteriös nennen. Ich war im Supermarkt und wollte, wie immer sehr diszipliniert, nur die einzelnen Posten meines Einkaufszettels in den Einkaufswagen packen. Da sprachen mich plötzlich vom Grabbeltisch aus zwei bunte, zu Knäulchen gewickelte Polytierchen an. Ich hatte zuerst gar nicht darauf geachtet, immerhin habe ich seit Jahren weder gehäkelt noch gestrickt. Sie flüsterten mir zu, dass ich mit ihnen doch sicher etwas Nettes zaubern könnte. Daraufhin habe ich ihnen wohl einen kurzen Blick zugeworfen. Die beiden Knäulchen fühlten sich dadurch offensichtlich ermutigt. Zack, sprangen sie in meinen Einkaufswagen. Was sollte ich machen? Zwei so nette, bunte, harmlose Garnknäulchen, die kann man doch nicht einfach so wieder aus dem Wagen werfen.

Zuhause habe ich die beiden Knäulchen erst einmal auf den Tisch gelegt. Da raunten sie mir wieder zu: „Irgendetwas Nettes wirst Du doch mit uns anzufangen wissen? Schau doch mal, welch schöne Farben wir haben! Violett, grün, gelb, anthrazit, blau, pink…. Würden wir uns nicht auch verarbeitet ganz hübsch auf dem Tisch machen?“

Hmmm.

Hübsch verarbeitet.

Auf dem Tisch?

Ein Tischläufer oder ein Deckchen?

Ravelry!

Mann, dort hatte ich lange nicht mehr reingeschaut. Warum auch, die Lust auf Handarbeit war irgendwann weg. Kam die etwa jetzt wieder?

Als ich mich später auf der Suche nach einer Anleitung bei Ravelry eingeloggt hatte, war es passiert. Akuter Anfall von Handarbeitsfieber! All die tollen Anleitungen für Homedeko, Tücher, Socken, Stulpen, Pullis, Westen…. Ravelry ist fast wie Google. Es gibt nichts, was es da nicht gibt. Auf Ravelry findet man für eigentlich alles, das man Stricken oder Häkeln kann, eine Anleitung. Glaubt Ihr nicht? Aber hallo! Barfuß-Sandalen für den Sommer? Gibt´s. Einen Windelhalter für den inkontinenten Hund? Findet Ihr da. Ein Tampontäschchen, das Euch angrinst? ~ grins ~ Ein Beutelchen, das aussieht wie ein plattgefahrener Fuchs? Halali! Sagt nix, Ihr wolltet es wissen!

Tja, und dann, als ich so am Stöbern war, traf ich auch auf eine Sache, die ich bereits während meiner handarbeitlichen Aktivitätsphase vor ein paar Jahren kennengelernt hatte. Das Mystery. Ähem, nein. Das müsst Ihr jetzt mit einer dunklen, dramatischen Betonung lesen. Also noch mal: Das Mystery! Jaaaa, schon viel besser! Jetzt fragt sich sicher der ein oder andere, ob gleich Jonathan Frakes um die Ecke biegt. Nein, keine Sorge. Es wird auch keine Weiße Frau mit filigranem Lace-Tuch schemenhaft über den Bildschirm schweben. Falls da bei Euch doch was rumgeistern sollte, ich kann nix dafür! Nein, ich erzähle Euch, was es mit einem auf Ravelry und garantiert auch in anderen Handarbeits-Foren auftretenden Mystery auf sich hat. Also:

Es gibt da den MCAL und den MKAL. Beim MCAL wird gehäkelt, zu erkennen am C, das für Crochet steht, dem englischen Wort für Häkeln. Entsprechend steht beim MKAL das K für Knit, also Stricken. Man weiß, dass das Endergebnis beispielsweise ein Schultertuch oder ein Paar Socken sein wird. Bevor es losgeht, erfährt man selbstverständlich auch die Garnstärke und welche Menge an Garn man benötigt und ob das Garn einfarbig oder bunt sein sollte oder beides, falls man zwei oder mehrere Garne braucht. Die empfohlene Nadelstärke ist bei einem Tuch auch ganz interessant. Jo, und dann sitzt man da und wartet, das Werkzeug in der Hand, das Garn schon in bevorzugter Fadenführung um die Finger gewickelt, auf den Termin, an dem der erste Hinweis gegeben wird. Die Anleitung ist bei einem Mystery nämlich in mehrere Teile aufgeteilt, sodass der Umsetzende immer nur ein Stückchen weit erkennen kann, wie sein Werk aussehen wird. Die Anleitung bleibt also gewissermaßen bis zur Veröffentlichung des letzten Hinweises geheimnisvoll, mysteriös, hu-huuuu. Und weil Jonathan Frakes nichts mit der Sache zu tun hat, muss hinterher auch keiner raten, ob die Geschichte denn nun wahr oder falsch ist, denn wenn er von Hinweis zu Hinweis fleißig mitgenadelt hat, dann hat er ja das fertige Werk direkt und ohne den geringsten Zweifel vor seiner Nase liegen. Na, alles klar? Nein?

Ach ja, die anderen Buchstaben sollte ich noch erklären. Nun, das M steht für Mystery, wie Ihr Euch das bestimmt schon gedacht habt. AL stehen für -Along, zusammen mit dem C oder K also für Crochetalong oder Knitalong, und sagen aus, dass mehrere Menschen im ungefähr selben Zeitraum ein ganz bestimmtes Modell, eine bestimmte Anleitung häkeln oder stricken. Wenn das jeder für sich im stillen Kämmerlein täte und nicht im Rahmen eines -Alongs, wüsste der eine vom anderen nicht. Wäre dann auch gewissermaßen geheim, aber auch irgendwie witzlos. So handarbeitstechnisch-sozial gesehen, ne? So aber tut man es quasi gemeinsam in einem Forum, in der Gruppe. Und da kommt jetzt der „soziale Aspekt“ ins Spiel. Man tauscht sich natürlich fleißig in Wort und Bild aus. Bevor es losgeht über die eigene Garn- und Farbwahl sowie die der Mitstreiter, später dann über das Projekt selbst und den Fortschritt. Man stellt Fragen, wenn etwas unklar ist, zeigt Fotos vom aktuellen Stand seines Werkes, bewundert die Farbwahl und den aktuellen Stand der anderen. Man lässt sich erklären, wie die bisher noch unbekannte Technik, die in dieser Anleitung vorkommt, denn jetzt genau umgesetzt wird, denn so ganz steigt man leider vielleicht doch noch nicht durch, man bequatscht Begebenheiten neben der eigentlichen Handarbeit und und und. Was man halt so macht, wenn man auf andere handarbeitsbegeisterte Menschen trifft, in gewisser Weise zusammensitzt und in Gemeinschaft, jeder für sich, etwas entstehen lässt. Crochetalongs und Knitalongs gibt es übrigens natürlich auch ohne das große Geheimnis drumherum. Dann sind es einfach -Alongs und man häkelt oder strickt gemeinsam nach einer Anleitung, die von vorneherein bekannt ist. Das mit den -Alongs gab es seit vielen Generationen schon in der Familien- oder Dorfgemeinschaft, Uroma und Oma kannten das auch. (OK, vielleicht ohne Mystery, aber wer weiß?) Sie hatten damals vermutlich nur keinen so coolen englischen Begriff dafür. Heutzutage gibt es das Internet, die (Dorf)gemeinschaft kann erweitert werden, bei Ravelry passiert das mit einem Klick weltweit. Inzwischen haben sich mehr als 7,1 Millionen Leute angemeldet. Auch wenn es sicher eine hohe Anzahl an Karteileichen gibt, tummelt sich dort eine ganz schöne Menge. Stricktreffen oder Häkelkränzchen 2.0. Oder sind wir schon bei 4.0?

Solch ein Mystery für Socken war gerade in einer deutschsprachigen Gruppe angekündigt worden, als ich am Rumstöbern war. In der Ankündigung stand auch, dass es ein Mustermix aus vier verschiedenen Mustern werden wird. Sockenwolle hatte ich noch hier, prima. So musste ich mich bei all den vielen, vielen Anleitungen nicht entscheiden, womit ich denn nun meinen Wiedereinstieg in die Handarbeitswelt zelebrieren wollte. Denn ich war mal wieder von der Fülle an Informationen und Anleitungen, die man auf den Seiten von Ravelry vorfindet, irgendwie schlichtweg überfordert. Es gibt so vieles, das Hier schreit und das man am liebsten sofort anschlagen würde. Da dachte ich mir, ein Paar Socken im Mustermix sind für den Anfang bestimmt nicht das Schlechteste. Außerdem, und das passt zu der ganzen Geschichte hier jetzt auch noch sehr gut, hieß der Mystery-Knitalong „Alles ist möglich“. Ihr seht, mysteriös vom Feinsten.

Am 01.05. ging es los und am letzten Donnerstag nun habe ich die zweite Socke nach dieser Mystery-Anleitung fertiggestellt. Ich bin recht stolz auf mich, dass ich das Sockenstricken wohl doch nicht so ganz verlernt hatte. Die vier Abschnitte kann man sehr gut auf dem Foto erkennen. Wie immer, ein Klick aufs Bild vergrößert es. Das Bündchen und der Abschnitt mit dem Zopfmuster waren Hinweis 1. Hinweis 2 beinhaltete das Rechts-Links-Muster und die Ferse. Mit dem dritten Teil kam dieses netzartige Muster. In gedehnterem Zustand könnte man die Kreuzungspunkte auch als Blümchen interpretieren und man erkennt, dass ganz kleine Löchlein dabei sind. Fast ein Lace-Muster also. Hinweis 4 enthielt wieder ein Rechts-Links-Muster und die Arbeitsanweisung, wie die Sockenspitze zu stricken ist. Dem Namen des Mystery-Knitalongs gemäß musste man sich aber weder bei der Anzahl der einzelnen Musterwiederholungen noch bei Ausführung von Ferse oder Spitze sklavisch an die Vorgaben halten. Gut, das muss man sonst natürlich auch nicht, schließlich ist es Handarbeit und damit prädestiniert für individuelle Anpassungen nach Geschmack oder Maß. Ich habe den Schaft dadurch etwas verkürzt, dass ich das Zopfmuster nur zweimal in der Höhe gestrickt habe. Die Erstellerin der Anleitung hat offenbar eine Vorliebe für längere Sockenschäfte. Ihre genauen Angaben haben mir den Wiedereinstieg wirklich sehr erleichtert und zum reinen Vergnügen gemacht. Ich freue mich schon darauf, die neuen Socken zu tragen, wenn es dann mal wieder kalt wird – was gut und gerne noch vier, viereinhalb Monate dauern darf.

Und wenn Ihr Euch jetzt fragen solltet, was denn aus den beiden bunten Knäulchen geworden ist, die irgendwie so überhaupt gar nicht unschuldig daran sind, dass ich Euch den ganzen Sermon hier erzähle, dann kann ich Euch sagen: Ich habe tatsächlich in der Zwischenzeit eine Anleitung gefunden und bin dran, die beiden vom Knäuel zu …. nein, ich verrate es nicht. Wartet ab, ich nadele noch daran herum.

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Geburtstagssocken

Von Muschelglimmer - 26.August 2012, 16:13 Uhr

Auch dieses Jahr gab es zum Geburtstag unseres Freundes wieder Socken. Er weiß meine Handarbeit zu schätzen und freut sich über jedes neue Paar.

Dieses Muster habe ich schon einmal für mich gestrickt. Ich finde, es passt sowohl für Damen- als auch Herrensocken. Nur diesmal habe ich eine Herzchenferse und eine normale Bandspitze gestrickt. Die Wolle ist von Zitron, Maxima Trekking, gestrickt mit 2,5er-Nadeln, Sockengröße 46/47.

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