Muschelglimmer

Archiv: Stricken

Pulswärmer Raspberry Sorbet

Von Muschelglimmer - 05.November 2017, 12:12 Uhr

Im Sommer gab es beim Drops Garnstudio einen Sonderverkauf für verschiedene Garne. Ich habe mir damals unter anderem ein Knäuel Alpaka in Aqua-grau bestellt, um zu testen, ob ich das Garn auf der Haut vertrage. Ebenfalls bei Drops habe ich das Muster für die Pulswärmer gefunden, die ich für diesen Test aus dem Alpakagarn gestrickt habe. Vermutlich wegen der dort gezeigten Farbe heißt das Muster Raspberry Sorbet.

Angeschlagen mit Bambusnadeln 3,5 und weitergestrickt mit 3,0er Rosenholznadeln. Das Diagramm F habe ich insgesamt nur 3x gestrickt, da das Bündchen für mich am Arm oben sonst zu eng geworden wäre. Die Gesamtlänge ist ca. 15 cm. Die Pulswärmer wiegen zusammen 23 Gramm.

Obwohl es sich im Knäuel angenehm und sehr weich anfühlt, juckte es dann doch am Handgelenk, als ich die fertigen Pulswärmer anprobiert habe. Allerdings hatte es damals auch um die 30 Grad, da ist Wolliges jeglicher Art auf der Haut eh nicht gefragt. Entgegen dem, was böse Zungen manchmal behaupten, bin nicht einmal ich eine solche Frostbeule, dass ich das dann bräuchte. Nicht bei 30 Grad!

Ich habe mir vorgenommen, die Pulswärmer sinnvollerweise bei Temperaturen um die 10 Grad wieder zu testen. Gar nicht so einfach, denn bisher zeigt sich der Herbst hier temperaturmäßig noch recht mild.

Mein Combinatorics-Tuch ist fertig, gewaschen und gespannt. Und fotografiert. Spannen und Fotografieren waren doch tatsächlich am schwierigsten bei der Geschichte. Ich hatte ziemlich verdrängt, dass es reichlich Platz braucht, um so ein Tuch auf meine Spannmatten zu pinnen und das Ensemble dann in Ruhe trocknen zu lassen. Zum Spannen habe ich mir verschiedene Styroporplatten in unterschiedlichen Größen und eine Korkmatte zugelegt. Damit kann ich je nachdem, wie groß das zu spannende Teil ist und welche Form es hat, die passende Unterlage zusammenpuzzeln. Diesmal hat es sich glücklicherweise ergeben, dass wir den großen Esstisch in der Zeit nicht gebraucht haben und ich konnte meine Spannmatten dort drauflegen. Das schont den Rücken beim Festpinnen des Tuchs. Eine der Spannmatten, die zu weit überstand, weil die Breite des Tischs nicht ganz gereicht hat (zumindest nicht für Tuch UND Matte), habe ich mit der Querstrebe einer Stuhllehne abgestützt. So sah das dann aus:

Die hellen Flecken rechts sind von der Sonne. Ohne Sonne ist schlecht fotografieren, mit Sonne ist es aber auch nicht gerade einfach.

Als das Tuch trocken war, das nächste Problem. Wie kann ich es in ganzer Pracht aufs Bild bannen?

Es hatte in der Nacht zuvor ordentlich geregnet. Busch, Baum, Gras, alles nass. Ich brauchte also erst gar nicht zu überlegen, wo ich das Tuch draußen drapieren könnte. Ich musste meine Fotos drinnen schießen. Aber ich denke, man sieht doch, wie schön das Tuch geworden ist.

Ich mag jeden einzelnen Abschnitt des Musters. Sogar die Streifen in kraus rechts. Und das, obwohl ich kein so großer Fan von kraus rechts bin. Viele mögen es wohl, weil man dabei keine linken Maschen stricken muss. Dieser Vorteil wird für mich persönlich aber dadurch abgeschwächt, dass ich in der Folgereihe, in der ich dann linke Maschen vor mir habe und in diese einstechen muss, sehr aufpassen muss, um nicht irgendwo falsch einzustechen. Zwar kann ich auch glatt rechts nicht ohne hinzuschauen stricken, aber die linken Maschen richtig zu erwischen, um sie rechts abzustricken, fordert von mir doch noch einen Tick mehr Aufmerksamkeit. Ich werde wohl nie jemand, der Stricken und gleichzeitig Lesen kann. Muss ja aber auch nicht sein. Ich übe mich in der „Achtsamkeit des Strickens“. Schließlich stricke ich ja gerne und nicht ausschließlich nur, damit hinterher ein bestimmtes Teil dabei herauskommt.

Weil es so schön ist, noch ein paar Nahaufnahmen des Musters.

Das Tuch habe ich mit Sockenwolle gestrickt, genauer, mit Drops Fabel. Die Nadelstärke war 4,0. Den jeweils nicht benötigten Faden der anderen Farbe habe ich am Rand mit hochgenommen. Nur beim ersten Lace-Abschnitt nicht, dort habe ich den Faden noch abgeschnitten. Abgekettet habe ich nicht wie in der Anleitung angegeben durch Überziehen, sondern mit „Jeny’s surprisingly stretchy bind off“. Ursprünglich wollte ich die mittlere Größe stricken, aber da mir die Sache so viel Spaß machte, das Muster schön und eingängig zu stricken war und ich genug Wolle hatte, habe ich den letzten Clue noch dazugenommen und Größe L gestrickt. Das Tuch hat nach leichtem Spannen eine Spannweite von 200 cm und ist an der breitesten Stelle, also an der Spitze, 50 cm breit. Es wiegt ca. 170 Gramm.

Während ich diesen Blogbeitrag schreibe, habe ich dieses Tuch um die Schultern liegen. Die Enden kann ich wunderbar vorne verkreuzen. Auch wenn ich mich bewege, rutscht nichts herunter. Genau so soll es sein.

Auch der sechste Teil hat wieder Spaß gemacht. So viel Spaß, dass ich nach dem probeweisen Umlegen des Tuchs beschlossen habe, dass es gerne noch etwas größer werden kann und ich den siebten Teil doch auch noch mitstricke.

Tatsächlich mit dem Maßband ausgemessen habe ich es bisher nicht. Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich groß die Tuchgrößen durch die jeweilige Fadenspannung und Strickfestigkeit ausfallen. Manche Mitstrickerinnen haben ihr Tuch bereits nach dem fünften Teil, der von der Designerin angedachten kleinsten Größe S, schon beendet. Damit hat die ein oder andere bereits die Länge erreicht, die die Designerin für Größe L angegeben hat. Ich will ein Tuch, dessen Enden ein Stück über den Brustbereich herunterhängen, wenn ich es mir locker um den Hals schlinge. Mit Größe M dachte ich erreiche ich dies. Aber da fehlen nun doch noch ein paar Zentimeter. Deshalb stricke ich weiter. Die Wolle sollte dafür eigentlich auch reichen. Wir werden sehen.

Das schöne Wetter am gestrigen Sonntag hat mich mit meinem Strickzeug raus auf den Balkon gelockt. Ich kam sehr gut voran, nur ein paar Reihen Kraus rechts haben noch gefehlt am Abend. Die habe ich heute Morgen noch gestrickt.

Leider ist der Himmel heute bedeckt, die Sonne hat nur mal ganz kurz herausgelinst. Aber da war ich noch nicht ganz soweit zum Fotografieren. Ohne Sonne wirken die Farben gleich ganz anders.

Mein Combinatorics-Tuch nach Hinweis Nummer 4:

Für die mittlere Größe, die ich zu Stricken geplant habe, ist die Hälfte bereits erreicht. Es stehen noch drei Teile aus. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.


Dass ich auf Mysteries stehe, dürfte mittlerweile klar sein. Was diese speziellen Mysteries sind, habe ich auch schon erklärt. Man strickt oder häkelt nach einer Anleitung, die häppchenweise herausgegeben wird. Man sieht also erst zum Schluss, wie das Teil, das man da macht, genau aussieht. Und dann habe ich bei meiner Erklärung behauptet, dass man immerhin weiß, was man strickt oder häkelt. OK, das war nur die halbe Wahrheit.

Tatsächlich gibt es auch Mysteries, bei denen man gar nicht weiß, was da hinterher rauskommt. Eben das absolut mysteriöse Mystery. Da weiß man vorher wirklich nur, wieviel Garn in welcher Stärke man braucht und los geht´s. Find doch selber raus, was Du da fertigst! In der Ravelry-Gruppe mystery 220 (more or less) ziehen die das tatsächlich durch. More or less heißt mehr oder weniger, die 220 steht für 220 Yards Garn, was ungefähr 200 Metern entspricht. Man nadelt also immerhin nicht auf gut Glück ein riesengroßes Teil, mit dem man hinterher womöglich nichts anfangen kann. 200 Meter Garn zu verarbeiten ist jetzt nicht die Welt, da kann man sich schon mal drauf einlassen. Und genau das habe ich getan.

Alle paar Tage ein weiteres Stück der Anleitung und mehr und mehr erkennt man das, was da eben entsteht. Meistens. Das Mal zuvor, als ich nur fasziniert zugeschaut, aber nicht mitgemacht habe, war dem ein oder anderen bis zum Ende unklar, woran er sich nun erfreuen kann. Auch mir erschloss sich die Sache nicht ohne erklärendes Foto. Man kann ja vieles Stricken und Häkeln, ich staune da manchmal Bauklötze. Und nein, ätsch, ich verrate nicht, was da am Ende dabei rumkam. Aber ich enthülle Euch meine mysteriöse Mystery-Premiere, denn Anfang August hat die Neugier gesiegt. Das geforderte Garn hatte ich im Vorrat und ich habe den Blindflug mitgemacht. Zwei Farben wurden es einfach deshalb, weil ich Restgarn genommen habe. Den Zeitpunkt des Farbwechsels hat das Ende des Knäuels bestimmt.

Die Spekulationen gingen bald ziemlich einhellig in Richtung Omas Nachthäubchen. In dem Fall hätte ich mit meiner Farbwahl einen Volltreffer gelandet. Nach dem zweiten Hinweis hätte Oma allerdings schon einen ordentlichen Eierkopf haben müssen, damit ihr das vermeintliche Nachthäubchen nicht über die Augen rutscht. Der dritte Hinweis hat dann auf die richtige Spur geführt. Das einzige, was für mich, die ich bisher nicht so wahnsinnig viele Dinge genadelt habe, noch überraschend und unbekannt war, war der Abschluss in zweierlei Hinsicht. Hier mal die einzelnen Schritte zusammengefasst:

Tadaaaa: Eine Market Bag, also eine Markttasche, in der man seine Einkäufe vom Markt nach Hause tragen kann. Einen großen Kürbis oder eine Wassermelone würde ich allerdings nicht unbedingt reinpacken, außer man möchte austesten, wie dehnfähig die verwendete Baumwolle denn nun so ist. Aber für ein paar Äpfel, einen Salatkopf und ein Sträußchen Petersilie ist die Tasche allemal ausreichend.

Ich hatte mit einem einzigen Riemen zum Tragen der Tasche gerechnet, die zwei Trageschlaufen waren für mich ein kleines Aha-Erlebnis. Und ich hatte tatsächlich zuvor noch nie einen I-Cord-Abschluss gestrickt.


So eine Market Bag hätte ich wahrscheinlich nicht unbedingt in den nächsten Wochen gestrickt. Aber jetzt habe ich sie und ich finde sie wirklich nicht übel. Ich bin sicher, ich werde den Spaß mit dem absoluten Mystery bei Gelegenheit wieder mitmachen. Wer weiß, was Nützliches dabei herauskommt.

Abgelegt unter: Stricken | RSS 2.0 | TB | Tags:  | 1 Kommentar

Combinatorics MKAL – Clue 3

Von Muschelglimmer - 31.August 2017, 19:54 Uhr


Vor lauter Husch und Zack habe ich Teil zwei meines Mystery-Tuchs gar nicht gezeigt. Dies hier ist schon der Stand nach dem dritten Teil. Das Muster strickt sich flott weg, die krausen Reihen ja sowieso. Morgen Abend wird Teil vier des Musters veröffentlicht. Ich freue mich schon drauf.

Mysteriös

Von Muschelglimmer - 04.Juni 2017, 13:36 Uhr

Mir ist da vor ein paar Wochen etwas Seltsames passiert. Man kann es durchaus mysteriös nennen. Ich war im Supermarkt und wollte, wie immer sehr diszipliniert, nur die einzelnen Posten meines Einkaufszettels in den Einkaufswagen packen. Da sprachen mich plötzlich vom Grabbeltisch aus zwei bunte, zu Knäulchen gewickelte Polytierchen an. Ich hatte zuerst gar nicht darauf geachtet, immerhin habe ich seit Jahren weder gehäkelt noch gestrickt. Sie flüsterten mir zu, dass ich mit ihnen doch sicher etwas Nettes zaubern könnte. Daraufhin habe ich ihnen wohl einen kurzen Blick zugeworfen. Die beiden Knäulchen fühlten sich dadurch offensichtlich ermutigt. Zack, sprangen sie in meinen Einkaufswagen. Was sollte ich machen? Zwei so nette, bunte, harmlose Garnknäulchen, die kann man doch nicht einfach so wieder aus dem Wagen werfen.

Zuhause habe ich die beiden Knäulchen erst einmal auf den Tisch gelegt. Da raunten sie mir wieder zu: „Irgendetwas Nettes wirst Du doch mit uns anzufangen wissen? Schau doch mal, welch schöne Farben wir haben! Violett, grün, gelb, anthrazit, blau, pink…. Würden wir uns nicht auch verarbeitet ganz hübsch auf dem Tisch machen?“

Hmmm.

Hübsch verarbeitet.

Auf dem Tisch?

Ein Tischläufer oder ein Deckchen?

Ravelry!

Mann, dort hatte ich lange nicht mehr reingeschaut. Warum auch, die Lust auf Handarbeit war irgendwann weg. Kam die etwa jetzt wieder?

Als ich mich später auf der Suche nach einer Anleitung bei Ravelry eingeloggt hatte, war es passiert. Akuter Anfall von Handarbeitsfieber! All die tollen Anleitungen für Homedeko, Tücher, Socken, Stulpen, Pullis, Westen…. Ravelry ist fast wie Google. Es gibt nichts, was es da nicht gibt. Auf Ravelry findet man für eigentlich alles, das man Stricken oder Häkeln kann, eine Anleitung. Glaubt Ihr nicht? Aber hallo! Barfuß-Sandalen für den Sommer? Gibt´s. Einen Windelhalter für den inkontinenten Hund? Findet Ihr da. Ein Tampontäschchen, das Euch angrinst? ~ grins ~ Ein Beutelchen, das aussieht wie ein plattgefahrener Fuchs? Halali! Sagt nix, Ihr wolltet es wissen!

Tja, und dann, als ich so am Stöbern war, traf ich auch auf eine Sache, die ich bereits während meiner handarbeitlichen Aktivitätsphase vor ein paar Jahren kennengelernt hatte. Das Mystery. Ähem, nein. Das müsst Ihr jetzt mit einer dunklen, dramatischen Betonung lesen. Also noch mal: Das Mystery! Jaaaa, schon viel besser! Jetzt fragt sich sicher der ein oder andere, ob gleich Jonathan Frakes um die Ecke biegt. Nein, keine Sorge. Es wird auch keine Weiße Frau mit filigranem Lace-Tuch schemenhaft über den Bildschirm schweben. Falls da bei Euch doch was rumgeistern sollte, ich kann nix dafür! Nein, ich erzähle Euch, was es mit einem auf Ravelry und garantiert auch in anderen Handarbeits-Foren auftretenden Mystery auf sich hat. Also:

Es gibt da den MCAL und den MKAL. Beim MCAL wird gehäkelt, zu erkennen am C, das für Crochet steht, dem englischen Wort für Häkeln. Entsprechend steht beim MKAL das K für Knit, also Stricken. Man weiß, dass das Endergebnis beispielsweise ein Schultertuch oder ein Paar Socken sein wird. Bevor es losgeht, erfährt man selbstverständlich auch die Garnstärke und welche Menge an Garn man benötigt und ob das Garn einfarbig oder bunt sein sollte oder beides, falls man zwei oder mehrere Garne braucht. Die empfohlene Nadelstärke ist bei einem Tuch auch ganz interessant. Jo, und dann sitzt man da und wartet, das Werkzeug in der Hand, das Garn schon in bevorzugter Fadenführung um die Finger gewickelt, auf den Termin, an dem der erste Hinweis gegeben wird. Die Anleitung ist bei einem Mystery nämlich in mehrere Teile aufgeteilt, sodass der Umsetzende immer nur ein Stückchen weit erkennen kann, wie sein Werk aussehen wird. Die Anleitung bleibt also gewissermaßen bis zur Veröffentlichung des letzten Hinweises geheimnisvoll, mysteriös, hu-huuuu. Und weil Jonathan Frakes nichts mit der Sache zu tun hat, muss hinterher auch keiner raten, ob die Geschichte denn nun wahr oder falsch ist, denn wenn er von Hinweis zu Hinweis fleißig mitgenadelt hat, dann hat er ja das fertige Werk direkt und ohne den geringsten Zweifel vor seiner Nase liegen. Na, alles klar? Nein?

Ach ja, die anderen Buchstaben sollte ich noch erklären. Nun, das M steht für Mystery, wie Ihr Euch das bestimmt schon gedacht habt. AL stehen für -Along, zusammen mit dem C oder K also für Crochetalong oder Knitalong, und sagen aus, dass mehrere Menschen im ungefähr selben Zeitraum ein ganz bestimmtes Modell, eine bestimmte Anleitung häkeln oder stricken. Wenn das jeder für sich im stillen Kämmerlein täte und nicht im Rahmen eines -Alongs, wüsste der eine vom anderen nicht. Wäre dann auch gewissermaßen geheim, aber auch irgendwie witzlos. So handarbeitstechnisch-sozial gesehen, ne? So aber tut man es quasi gemeinsam in einem Forum, in der Gruppe. Und da kommt jetzt der „soziale Aspekt“ ins Spiel. Man tauscht sich natürlich fleißig in Wort und Bild aus. Bevor es losgeht über die eigene Garn- und Farbwahl sowie die der Mitstreiter, später dann über das Projekt selbst und den Fortschritt. Man stellt Fragen, wenn etwas unklar ist, zeigt Fotos vom aktuellen Stand seines Werkes, bewundert die Farbwahl und den aktuellen Stand der anderen. Man lässt sich erklären, wie die bisher noch unbekannte Technik, die in dieser Anleitung vorkommt, denn jetzt genau umgesetzt wird, denn so ganz steigt man leider vielleicht doch noch nicht durch, man bequatscht Begebenheiten neben der eigentlichen Handarbeit und und und. Was man halt so macht, wenn man auf andere handarbeitsbegeisterte Menschen trifft, in gewisser Weise zusammensitzt und in Gemeinschaft, jeder für sich, etwas entstehen lässt. Crochetalongs und Knitalongs gibt es übrigens natürlich auch ohne das große Geheimnis drumherum. Dann sind es einfach -Alongs und man häkelt oder strickt gemeinsam nach einer Anleitung, die von vorneherein bekannt ist. Das mit den -Alongs gab es seit vielen Generationen schon in der Familien- oder Dorfgemeinschaft, Uroma und Oma kannten das auch. (OK, vielleicht ohne Mystery, aber wer weiß?) Sie hatten damals vermutlich nur keinen so coolen englischen Begriff dafür. Heutzutage gibt es das Internet, die (Dorf)gemeinschaft kann erweitert werden, bei Ravelry passiert das mit einem Klick weltweit. Inzwischen haben sich mehr als 7,1 Millionen Leute angemeldet. Auch wenn es sicher eine hohe Anzahl an Karteileichen gibt, tummelt sich dort eine ganz schöne Menge. Stricktreffen oder Häkelkränzchen 2.0. Oder sind wir schon bei 4.0?

Solch ein Mystery für Socken war gerade in einer deutschsprachigen Gruppe angekündigt worden, als ich am Rumstöbern war. In der Ankündigung stand auch, dass es ein Mustermix aus vier verschiedenen Mustern werden wird. Sockenwolle hatte ich noch hier, prima. So musste ich mich bei all den vielen, vielen Anleitungen nicht entscheiden, womit ich denn nun meinen Wiedereinstieg in die Handarbeitswelt zelebrieren wollte. Denn ich war mal wieder von der Fülle an Informationen und Anleitungen, die man auf den Seiten von Ravelry vorfindet, irgendwie schlichtweg überfordert. Es gibt so vieles, das Hier schreit und das man am liebsten sofort anschlagen würde. Da dachte ich mir, ein Paar Socken im Mustermix sind für den Anfang bestimmt nicht das Schlechteste. Außerdem, und das passt zu der ganzen Geschichte hier jetzt auch noch sehr gut, hieß der Mystery-Knitalong „Alles ist möglich“. Ihr seht, mysteriös vom Feinsten.

Am 01.05. ging es los und am letzten Donnerstag nun habe ich die zweite Socke nach dieser Mystery-Anleitung fertiggestellt. Ich bin recht stolz auf mich, dass ich das Sockenstricken wohl doch nicht so ganz verlernt hatte. Die vier Abschnitte kann man sehr gut auf dem Foto erkennen. Wie immer, ein Klick aufs Bild vergrößert es. Das Bündchen und der Abschnitt mit dem Zopfmuster waren Hinweis 1. Hinweis 2 beinhaltete das Rechts-Links-Muster und die Ferse. Mit dem dritten Teil kam dieses netzartige Muster. In gedehnterem Zustand könnte man die Kreuzungspunkte auch als Blümchen interpretieren und man erkennt, dass ganz kleine Löchlein dabei sind. Fast ein Lace-Muster also. Hinweis 4 enthielt wieder ein Rechts-Links-Muster und die Arbeitsanweisung, wie die Sockenspitze zu stricken ist. Dem Namen des Mystery-Knitalongs gemäß musste man sich aber weder bei der Anzahl der einzelnen Musterwiederholungen noch bei Ausführung von Ferse oder Spitze sklavisch an die Vorgaben halten. Gut, das muss man sonst natürlich auch nicht, schließlich ist es Handarbeit und damit prädestiniert für individuelle Anpassungen nach Geschmack oder Maß. Ich habe den Schaft dadurch etwas verkürzt, dass ich das Zopfmuster nur zweimal in der Höhe gestrickt habe. Die Erstellerin der Anleitung hat offenbar eine Vorliebe für längere Sockenschäfte. Ihre genauen Angaben haben mir den Wiedereinstieg wirklich sehr erleichtert und zum reinen Vergnügen gemacht. Ich freue mich schon darauf, die neuen Socken zu tragen, wenn es dann mal wieder kalt wird – was gut und gerne noch vier, viereinhalb Monate dauern darf.

Und wenn Ihr Euch jetzt fragen solltet, was denn aus den beiden bunten Knäulchen geworden ist, die irgendwie so überhaupt gar nicht unschuldig daran sind, dass ich Euch den ganzen Sermon hier erzähle, dann kann ich Euch sagen: Ich habe tatsächlich in der Zwischenzeit eine Anleitung gefunden und bin dran, die beiden vom Knäuel zu …. nein, ich verrate es nicht. Wartet ab, ich nadele noch daran herum.

Abgelegt unter: Socken,Stricken | RSS 2.0 | TB | Tags: , | Keine Kommentare

Halswärmer

Von Muschelglimmer - 09.Januar 2011, 12:04 Uhr

Eigentlich ist so ein Halswärmer ja schnell gestrickt. Aber wenn einem Feiertage wie Weihnachten und Silvester dazwischenkommen, dann kann man dafür schon mal länger brauchen. Aber nun ist er fertig und hat sich auch schon bewährt, mein „transportabler Rollkragen“.

Halswärmer

Ich habe genau einen Strang Noppengarn mit Nadelstärke 6 verstrickt. Ein paar Runden mehr hätten es gerne sein dürfen, denn wenn ich ihn mir als Kapuze über den Kopf ziehe, ist es im Nacken etwas knapp, aber ich bin trotzdem zufrieden mit meinem ersten selbstgestrickten Schalkragen.

Noch mehr Medaillen

Von Muschelglimmer - 28.Februar 2010, 12:55 Uhr

Da ging noch gut was, in der zweiten Ravelympics-Woche. Meine Handstulpen waren am Donnerstag schon fertig.

Handstulpen

Gestrickt mit meinen 2,5er Nadeln, auf die ich mich jetzt wohl beim Nadelspiel und mit 4-fach Sockenwolle eingeschossen habe. Das Garn lagerte hier schon eine Weile. Die Anleitung dafür habe ich hier gefunden.

Einmal noch rechts angezogen:

rechts

Und die linke Hand:

linke Hand

Dafür gab es zwei Medaillen. Eine dafür, dass es Handstulpen sind (Mitten Moguls), die andere dafür, dass dabei verzopft wurde (Cable Cross-Country):

medai

Am Donnerstagabend habe ich dann noch etwas angeschlagen, das ich schon lange einmal machen wollte. Ein….ja, was eigentlich? Es ist nach dieser Anleitung gemacht und so sieht es aus:

i1

Das Teil hat eine Identitätskrise, weil es nicht richtig weiß, was es eigentlich ist.

spül

Waschlappen

Untersetzer

Putzlappen

Deckchen

Jedenfalls gab es auch hierfür eine Medaille in der Disziplin „Alles für Haushalt und Wohnung“, ravelympisch auch bekannt als „Platter Lift“:

Medaille Platter Lift

Und weil es so viel Spaß machte, habe ich mir noch eine letzte Medaille geholt. Ihr erinnert Euch an die Disziplin, bei der man Ribbeln durfte? Für die hatte ich auch ein Projekt. Einen Ärmelschal, den ich vor längerer Zeit angefangen habe, aber bei dem ich ahnte, dass er so nicht fertig werden wird.

Vorher:

vorher

Nachher:

nachher

Irgendwann stricke ich mir mal einen Ärmelschal, allerdings mit anderer Wolle 😉 Solange freue ich mich an der Medaille, die mir der erste immerhin eingebracht hat:

Medaille Aerial Unwind

So, das waren meine Ravelympics. Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht, das Ganze. Ist zwar auch „nur Stricken“ gewesen, aber in diesem sportlichen Rahmen und in der Gruppe war das eine schöne und lustige Sache.

Muschelglimmer läuft unter Wordpress 4.8.3
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates
76 Verweise - 0,184 Sekunden.