Muschelglimmer

Archiv: Donnerstag, 5. Oktober 2017

Mein Combinatorics-Tuch ist fertig, gewaschen und gespannt. Und fotografiert. Spannen und Fotografieren waren doch tatsächlich am schwierigsten bei der Geschichte. Ich hatte ziemlich verdrängt, dass es reichlich Platz braucht, um so ein Tuch auf meine Spannmatten zu pinnen und das Ensemble dann in Ruhe trocknen zu lassen. Zum Spannen habe ich mir verschiedene Styroporplatten in unterschiedlichen Größen und eine Korkmatte zugelegt. Damit kann ich je nachdem, wie groß das zu spannende Teil ist und welche Form es hat, die passende Unterlage zusammenpuzzeln. Diesmal hat es sich glücklicherweise ergeben, dass wir den großen Esstisch in der Zeit nicht gebraucht haben und ich konnte meine Spannmatten dort drauflegen. Das schont den Rücken beim Festpinnen des Tuchs. Eine der Spannmatten, die zu weit überstand, weil die Breite des Tischs nicht ganz gereicht hat (zumindest nicht für Tuch UND Matte), habe ich mit der Querstrebe einer Stuhllehne abgestützt. So sah das dann aus:

Die hellen Flecken rechts sind von der Sonne. Ohne Sonne ist schlecht fotografieren, mit Sonne ist es aber auch nicht gerade einfach.

Als das Tuch trocken war, das nächste Problem. Wie kann ich es in ganzer Pracht aufs Bild bannen?

Es hatte in der Nacht zuvor ordentlich geregnet. Busch, Baum, Gras, alles nass. Ich brauchte also erst gar nicht zu überlegen, wo ich das Tuch draußen drapieren könnte. Ich musste meine Fotos drinnen schießen. Aber ich denke, man sieht doch, wie schön das Tuch geworden ist.

Ich mag jeden einzelnen Abschnitt des Musters. Sogar die Streifen in kraus rechts. Und das, obwohl ich kein so großer Fan von kraus rechts bin. Viele mögen es wohl, weil man dabei keine linken Maschen stricken muss. Dieser Vorteil wird für mich persönlich aber dadurch abgeschwächt, dass ich in der Folgereihe, in der ich dann linke Maschen vor mir habe und in diese einstechen muss, sehr aufpassen muss, um nicht irgendwo falsch einzustechen. Zwar kann ich auch glatt rechts nicht ohne hinzuschauen stricken, aber die linken Maschen richtig zu erwischen, um sie rechts abzustricken, fordert von mir doch noch einen Tick mehr Aufmerksamkeit. Ich werde wohl nie jemand, der Stricken und gleichzeitig Lesen kann. Muss ja aber auch nicht sein. Ich übe mich in der „Achtsamkeit des Strickens“. Schließlich stricke ich ja gerne und nicht ausschließlich nur, damit hinterher ein bestimmtes Teil dabei herauskommt.

Weil es so schön ist, noch ein paar Nahaufnahmen des Musters.

Das Tuch habe ich mit Sockenwolle gestrickt, genauer, mit Drops Fabel. Die Nadelstärke war 4,0. Den jeweils nicht benötigten Faden der anderen Farbe habe ich am Rand mit hochgenommen. Nur beim ersten Lace-Abschnitt nicht, dort habe ich den Faden noch abgeschnitten. Abgekettet habe ich nicht wie in der Anleitung angegeben durch Überziehen, sondern mit „Jeny’s surprisingly stretchy bind off“. Ursprünglich wollte ich die mittlere Größe stricken, aber da mir die Sache so viel Spaß machte, das Muster schön und eingängig zu stricken war und ich genug Wolle hatte, habe ich den letzten Clue noch dazugenommen und Größe L gestrickt. Das Tuch hat nach leichtem Spannen eine Spannweite von 200 cm und ist an der breitesten Stelle, also an der Spitze, 50 cm breit. Es wiegt ca. 170 Gramm.

Während ich diesen Blogbeitrag schreibe, habe ich dieses Tuch um die Schultern liegen. Die Enden kann ich wunderbar vorne verkreuzen. Auch wenn ich mich bewege, rutscht nichts herunter. Genau so soll es sein.

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