Muschelglimmer

Archiv: Montag, 4. September 2017


Dass ich auf Mysteries stehe, dürfte mittlerweile klar sein. Was diese speziellen Mysteries sind, habe ich auch schon erklärt. Man strickt oder häkelt nach einer Anleitung, die häppchenweise herausgegeben wird. Man sieht also erst zum Schluss, wie das Teil, das man da macht, genau aussieht. Und dann habe ich bei meiner Erklärung behauptet, dass man immerhin weiß, was man strickt oder häkelt. OK, das war nur die halbe Wahrheit.

Tatsächlich gibt es auch Mysteries, bei denen man gar nicht weiß, was da hinterher rauskommt. Eben das absolut mysteriöse Mystery. Da weiß man vorher wirklich nur, wieviel Garn in welcher Stärke man braucht und los geht´s. Find doch selber raus, was Du da fertigst! In der Ravelry-Gruppe mystery 220 (more or less) ziehen die das tatsächlich durch. More or less heißt mehr oder weniger, die 220 steht für 220 Yards Garn, was ungefähr 200 Metern entspricht. Man nadelt also immerhin nicht auf gut Glück ein riesengroßes Teil, mit dem man hinterher womöglich nichts anfangen kann. 200 Meter Garn zu verarbeiten ist jetzt nicht die Welt, da kann man sich schon mal drauf einlassen. Und genau das habe ich getan.

Alle paar Tage ein weiteres Stück der Anleitung und mehr und mehr erkennt man das, was da eben entsteht. Meistens. Das Mal zuvor, als ich nur fasziniert zugeschaut, aber nicht mitgemacht habe, war dem ein oder anderen bis zum Ende unklar, woran er sich nun erfreuen kann. Auch mir erschloss sich die Sache nicht ohne erklärendes Foto. Man kann ja vieles Stricken und Häkeln, ich staune da manchmal Bauklötze. Und nein, ätsch, ich verrate nicht, was da am Ende dabei rumkam. Aber ich enthülle Euch meine mysteriöse Mystery-Premiere, denn Anfang August hat die Neugier gesiegt. Das geforderte Garn hatte ich im Vorrat und ich habe den Blindflug mitgemacht. Zwei Farben wurden es einfach deshalb, weil ich Restgarn genommen habe. Den Zeitpunkt des Farbwechsels hat das Ende des Knäuels bestimmt.

Die Spekulationen gingen bald ziemlich einhellig in Richtung Omas Nachthäubchen. In dem Fall hätte ich mit meiner Farbwahl einen Volltreffer gelandet. Nach dem zweiten Hinweis hätte Oma allerdings schon einen ordentlichen Eierkopf haben müssen, damit ihr das vermeintliche Nachthäubchen nicht über die Augen rutscht. Der dritte Hinweis hat dann auf die richtige Spur geführt. Das einzige, was für mich, die ich bisher nicht so wahnsinnig viele Dinge genadelt habe, noch überraschend und unbekannt war, war der Abschluss in zweierlei Hinsicht. Hier mal die einzelnen Schritte zusammengefasst:

Tadaaaa: Eine Market Bag, also eine Markttasche, in der man seine Einkäufe vom Markt nach Hause tragen kann. Einen großen Kürbis oder eine Wassermelone würde ich allerdings nicht unbedingt reinpacken, außer man möchte austesten, wie dehnfähig die verwendete Baumwolle denn nun so ist. Aber für ein paar Äpfel, einen Salatkopf und ein Sträußchen Petersilie ist die Tasche allemal ausreichend.

Ich hatte mit einem einzigen Riemen zum Tragen der Tasche gerechnet, die zwei Trageschlaufen waren für mich ein kleines Aha-Erlebnis. Und ich hatte tatsächlich zuvor noch nie einen I-Cord-Abschluss gestrickt.


So eine Market Bag hätte ich wahrscheinlich nicht unbedingt in den nächsten Wochen gestrickt. Aber jetzt habe ich sie und ich finde sie wirklich nicht übel. Ich bin sicher, ich werde den Spaß mit dem absoluten Mystery bei Gelegenheit wieder mitmachen. Wer weiß, was Nützliches dabei herauskommt.

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