Muschelglimmer

Archiv: September 2017

Auch der sechste Teil hat wieder Spaß gemacht. So viel Spaß, dass ich nach dem probeweisen Umlegen des Tuchs beschlossen habe, dass es gerne noch etwas größer werden kann und ich den siebten Teil doch auch noch mitstricke.

Tatsächlich mit dem Maßband ausgemessen habe ich es bisher nicht. Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich groß die Tuchgrößen durch die jeweilige Fadenspannung und Strickfestigkeit ausfallen. Manche Mitstrickerinnen haben ihr Tuch bereits nach dem fünften Teil, der von der Designerin angedachten kleinsten Größe S, schon beendet. Damit hat die ein oder andere bereits die Länge erreicht, die die Designerin für Größe L angegeben hat. Ich will ein Tuch, dessen Enden ein Stück über den Brustbereich herunterhängen, wenn ich es mir locker um den Hals schlinge. Mit Größe M dachte ich erreiche ich dies. Aber da fehlen nun doch noch ein paar Zentimeter. Deshalb stricke ich weiter. Die Wolle sollte dafür eigentlich auch reichen. Wir werden sehen.

Das schöne Wetter am gestrigen Sonntag hat mich mit meinem Strickzeug raus auf den Balkon gelockt. Ich kam sehr gut voran, nur ein paar Reihen Kraus rechts haben noch gefehlt am Abend. Die habe ich heute Morgen noch gestrickt.

Leider ist der Himmel heute bedeckt, die Sonne hat nur mal ganz kurz herausgelinst. Aber da war ich noch nicht ganz soweit zum Fotografieren. Ohne Sonne wirken die Farben gleich ganz anders.

Mein Combinatorics-Tuch nach Hinweis Nummer 4:

Für die mittlere Größe, die ich zu Stricken geplant habe, ist die Hälfte bereits erreicht. Es stehen noch drei Teile aus. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Sommersöckchen

Von Muschelglimmer - 06.September 2017, 19:58 Uhr

In meinem Wollvorrat kullern ein paar Restknäuel Sockenwolle herum, übrig von Projekten, die ich vor Jahren gestrickt habe. Meist wartet auch auf diese Restknäuel irgendwo eine Anleitung, die wie für sie gemacht ist. Man muss sie nur entdecken. Bei meinen Feuerspitzen passen die Färbung der Wolle und das Muster sowie der Mustername wunderbar zusammen.

Ich mag diese Söckchen sehr. Mich erinnern sie an diese Feuerläufer, die barfuß über glühende Holzkohlestückchen laufen. Auch eine Art, warme Füße zu bekommen. Ich bevorzuge aber meine Söckchen. Das Muster ist einfach und machte mir bereits beim Stricken viel Spaß.

Dieses Restknäuel ist übriges nach einem Paar Armstulpen übrig geblieben, das ich im Dezember 2009 gestrickt habe. Die Stulpen gibt es noch, ich ziehe sie immer wieder gerne zum Autofahren an, wenn morgens das Lenkrad eiskalt ist.

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Dass ich auf Mysteries stehe, dürfte mittlerweile klar sein. Was diese speziellen Mysteries sind, habe ich auch schon erklärt. Man strickt oder häkelt nach einer Anleitung, die häppchenweise herausgegeben wird. Man sieht also erst zum Schluss, wie das Teil, das man da macht, genau aussieht. Und dann habe ich bei meiner Erklärung behauptet, dass man immerhin weiß, was man strickt oder häkelt. OK, das war nur die halbe Wahrheit.

Tatsächlich gibt es auch Mysteries, bei denen man gar nicht weiß, was da hinterher rauskommt. Eben das absolut mysteriöse Mystery. Da weiß man vorher wirklich nur, wieviel Garn in welcher Stärke man braucht und los geht´s. Find doch selber raus, was Du da fertigst! In der Ravelry-Gruppe mystery 220 (more or less) ziehen die das tatsächlich durch. More or less heißt mehr oder weniger, die 220 steht für 220 Yards Garn, was ungefähr 200 Metern entspricht. Man nadelt also immerhin nicht auf gut Glück ein riesengroßes Teil, mit dem man hinterher womöglich nichts anfangen kann. 200 Meter Garn zu verarbeiten ist jetzt nicht die Welt, da kann man sich schon mal drauf einlassen. Und genau das habe ich getan.

Alle paar Tage ein weiteres Stück der Anleitung und mehr und mehr erkennt man das, was da eben entsteht. Meistens. Das Mal zuvor, als ich nur fasziniert zugeschaut, aber nicht mitgemacht habe, war dem ein oder anderen bis zum Ende unklar, woran er sich nun erfreuen kann. Auch mir erschloss sich die Sache nicht ohne erklärendes Foto. Man kann ja vieles Stricken und Häkeln, ich staune da manchmal Bauklötze. Und nein, ätsch, ich verrate nicht, was da am Ende dabei rumkam. Aber ich enthülle Euch meine mysteriöse Mystery-Premiere, denn Anfang August hat die Neugier gesiegt. Das geforderte Garn hatte ich im Vorrat und ich habe den Blindflug mitgemacht. Zwei Farben wurden es einfach deshalb, weil ich Restgarn genommen habe. Den Zeitpunkt des Farbwechsels hat das Ende des Knäuels bestimmt.

Die Spekulationen gingen bald ziemlich einhellig in Richtung Omas Nachthäubchen. In dem Fall hätte ich mit meiner Farbwahl einen Volltreffer gelandet. Nach dem zweiten Hinweis hätte Oma allerdings schon einen ordentlichen Eierkopf haben müssen, damit ihr das vermeintliche Nachthäubchen nicht über die Augen rutscht. Der dritte Hinweis hat dann auf die richtige Spur geführt. Das einzige, was für mich, die ich bisher nicht so wahnsinnig viele Dinge genadelt habe, noch überraschend und unbekannt war, war der Abschluss in zweierlei Hinsicht. Hier mal die einzelnen Schritte zusammengefasst:

Tadaaaa: Eine Market Bag, also eine Markttasche, in der man seine Einkäufe vom Markt nach Hause tragen kann. Einen großen Kürbis oder eine Wassermelone würde ich allerdings nicht unbedingt reinpacken, außer man möchte austesten, wie dehnfähig die verwendete Baumwolle denn nun so ist. Aber für ein paar Äpfel, einen Salatkopf und ein Sträußchen Petersilie ist die Tasche allemal ausreichend.

Ich hatte mit einem einzigen Riemen zum Tragen der Tasche gerechnet, die zwei Trageschlaufen waren für mich ein kleines Aha-Erlebnis. Und ich hatte tatsächlich zuvor noch nie einen I-Cord-Abschluss gestrickt.


So eine Market Bag hätte ich wahrscheinlich nicht unbedingt in den nächsten Wochen gestrickt. Aber jetzt habe ich sie und ich finde sie wirklich nicht übel. Ich bin sicher, ich werde den Spaß mit dem absoluten Mystery bei Gelegenheit wieder mitmachen. Wer weiß, was Nützliches dabei herauskommt.

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