Muschelglimmer

Süßkartoffelbrötchen habe ich bereits ein paar Mal gemacht und hier und hier auch schon gezeigt. Wie beim ersten Mal gleich bemängelt, hatte mein Supermarkt früher nur zwei Sorten von Süßkartoffeln im Angebot. „Süßkartoffeln, wie gesehen“, das waren die Orangefarbenen und „Keine Süßkartoffeln“. Die orangefarbenen Knollen konnte man in der Folgezeit dann eigentlich immer kaufen. Aber vor ein paar Wochen gab es nun eine Süßkartoffel-Werbeaktion und es waren auch noch weitere Sorten zu bekommen. Sofort hatte ich mein Süßkartoffelbrötchen-Rezept vor Augen. Die orangefarbene Sorte kannte ich ja schon, die weiße Sorte habe ich gleich mal mangels Wow-Effekt links liegenlassen, denn – es gab auch eine violette Sorte. Nix wie ran an die Batate und ab damit in meine Küche!

Zuerst habe ich die Süßkartoffel geschält, was ich eigentlich nicht hätte machen müssen, nachdem ich die unschönen Stellen soweit weggeschnitten hatte. Dann habe ich sie in Wasser weichgekocht und mit der Gabel zerdrückt.

Ja, ich sagte es doch: Lüüla!

Nachdem ich den Brei unter den Teig geknetet hatte, prangte der in einem für Brötchenteige nicht alltäglichen Altrosa.

Der Teig für diese Brötchen ist ziemlich weich. Gar nicht so einfach, ihn nach der Kesselgare, also dem Gehenlassen direkt nach dem Kneten, zu runden Fladen zu formen und dabei so wenig Gärbläschen wie möglich zu killen. So wurden die Brötchen etwas unrund, aber die Verheißung auf eine lockere Krume blieb bestehen. Nachdem sie unter einem mit einem Platzset beschwerten Tuch gegangen waren, habe ich sie mit Wasser besprüht.


Dann ging´s in den Ofen. Es war spannend zuzusehen, wie sie sich machten. Ofenkino vom Feinsten! Und ich verrate das Ende schon vorher: Das Gute hat wieder einmal gesiegt! Man sieht schön, dass hier eine andere Farbe im Spiel ist.

Und die Krume? Die war herrlich locker und luftig. Und kräftig Altrosa, wie ich es mir erhofft hatte.

Die Süßkartoffel hat man auch herausgeschmeckt. Außergewöhnliche Farbe, dezent anderer Geschmack. Ganz alltägliche Brötchen sind das nicht.

Uta aus dem Sauerteigforum hat zu diesem Originalrezept bereits eine Variante mit Weizensauerteig bereitgestellt. Die kleinen Änderungen, die sie für sich und für mich bei der Variante mit Lievito Madre gemacht hat, wird sie in den nächsten Tagen ins Sauerteigforum einstellen und ich trage dann den Link dorthin hier nach.

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Mysteriös

Von Muschelglimmer - 04.Juni 2017, 13:36 Uhr

Mir ist da vor ein paar Wochen etwas Seltsames passiert. Man kann es durchaus mysteriös nennen. Ich war im Supermarkt und wollte, wie immer sehr diszipliniert, nur die einzelnen Posten meines Einkaufszettels in den Einkaufswagen packen. Da sprachen mich plötzlich vom Grabbeltisch aus zwei bunte, zu Knäulchen gewickelte Polytierchen an. Ich hatte zuerst gar nicht darauf geachtet, immerhin habe ich seit Jahren weder gehäkelt noch gestrickt. Sie flüsterten mir zu, dass ich mit ihnen doch sicher etwas Nettes zaubern könnte. Daraufhin habe ich ihnen wohl einen kurzen Blick zugeworfen. Die beiden Knäulchen fühlten sich dadurch offensichtlich ermutigt. Zack, sprangen sie in meinen Einkaufswagen. Was sollte ich machen? Zwei so nette, bunte, harmlose Garnknäulchen, die kann man doch nicht einfach so wieder aus dem Wagen werfen.

Zuhause habe ich die beiden Knäulchen erst einmal auf den Tisch gelegt. Da raunten sie mir wieder zu: „Irgendetwas Nettes wirst Du doch mit uns anzufangen wissen? Schau doch mal, welch schöne Farben wir haben! Violett, grün, gelb, anthrazit, blau, pink…. Würden wir uns nicht auch verarbeitet ganz hübsch auf dem Tisch machen?“

Hmmm.

Hübsch verarbeitet.

Auf dem Tisch?

Ein Tischläufer oder ein Deckchen?

Ravelry!

Mann, dort hatte ich lange nicht mehr reingeschaut. Warum auch, die Lust auf Handarbeit war irgendwann weg. Kam die etwa jetzt wieder?

Als ich mich später auf der Suche nach einer Anleitung bei Ravelry eingeloggt hatte, war es passiert. Akuter Anfall von Handarbeitsfieber! All die tollen Anleitungen für Homedeko, Tücher, Socken, Stulpen, Pullis, Westen…. Ravelry ist fast wie Google. Es gibt nichts, was es da nicht gibt. Auf Ravelry findet man für eigentlich alles, das man Stricken oder Häkeln kann, eine Anleitung. Glaubt Ihr nicht? Aber hallo! Barfuß-Sandalen für den Sommer? Gibt´s. Einen Windelhalter für den inkontinenten Hund? Findet Ihr da. Ein Tampontäschchen, das Euch angrinst? ~ grins ~ Ein Beutelchen, das aussieht wie ein plattgefahrener Fuchs? Halali! Sagt nix, Ihr wolltet es wissen!

Tja, und dann, als ich so am Stöbern war, traf ich auch auf eine Sache, die ich bereits während meiner handarbeitlichen Aktivitätsphase vor ein paar Jahren kennengelernt hatte. Das Mystery. Ähem, nein. Das müsst Ihr jetzt mit einer dunklen, dramatischen Betonung lesen. Also noch mal: Das Mystery! Jaaaa, schon viel besser! Jetzt fragt sich sicher der ein oder andere, ob gleich Jonathan Frakes um die Ecke biegt. Nein, keine Sorge. Es wird auch keine Weiße Frau mit filigranem Lace-Tuch schemenhaft über den Bildschirm schweben. Falls da bei Euch doch was rumgeistern sollte, ich kann nix dafür! Nein, ich erzähle Euch, was es mit einem auf Ravelry und garantiert auch in anderen Handarbeits-Foren auftretenden Mystery auf sich hat. Also:

Es gibt da den MCAL und den MKAL. Beim MCAL wird gehäkelt, zu erkennen am C, das für Crochet steht, dem englischen Wort für Häkeln. Entsprechend steht beim MKAL das K für Knit, also Stricken. Man weiß, dass das Endergebnis beispielsweise ein Schultertuch oder ein Paar Socken sein wird. Bevor es losgeht, erfährt man selbstverständlich auch die Garnstärke und welche Menge an Garn man benötigt und ob das Garn einfarbig oder bunt sein sollte oder beides, falls man zwei oder mehrere Garne braucht. Die empfohlene Nadelstärke ist bei einem Tuch auch ganz interessant. Jo, und dann sitzt man da und wartet, das Werkzeug in der Hand, das Garn schon in bevorzugter Fadenführung um die Finger gewickelt, auf den Termin, an dem der erste Hinweis gegeben wird. Die Anleitung ist bei einem Mystery nämlich in mehrere Teile aufgeteilt, sodass der Umsetzende immer nur ein Stückchen weit erkennen kann, wie sein Werk aussehen wird. Die Anleitung bleibt also gewissermaßen bis zur Veröffentlichung des letzten Hinweises geheimnisvoll, mysteriös, hu-huuuu. Und weil Jonathan Frakes nichts mit der Sache zu tun hat, muss hinterher auch keiner raten, ob die Geschichte denn nun wahr oder falsch ist, denn wenn er von Hinweis zu Hinweis fleißig mitgenadelt hat, dann hat er ja das fertige Werk direkt und ohne den geringsten Zweifel vor seiner Nase liegen. Na, alles klar? Nein?

Ach ja, die anderen Buchstaben sollte ich noch erklären. Nun, das M steht für Mystery, wie Ihr Euch das bestimmt schon gedacht habt. AL stehen für -Along, zusammen mit dem C oder K also für Crochetalong oder Knitalong, und sagen aus, dass mehrere Menschen im ungefähr selben Zeitraum ein ganz bestimmtes Modell, eine bestimmte Anleitung häkeln oder stricken. Wenn das jeder für sich im stillen Kämmerlein täte und nicht im Rahmen eines -Alongs, wüsste der eine vom anderen nicht. Wäre dann auch gewissermaßen geheim, aber auch irgendwie witzlos. So handarbeitstechnisch-sozial gesehen, ne? So aber tut man es quasi gemeinsam in einem Forum, in der Gruppe. Und da kommt jetzt der „soziale Aspekt“ ins Spiel. Man tauscht sich natürlich fleißig in Wort und Bild aus. Bevor es losgeht über die eigene Garn- und Farbwahl sowie die der Mitstreiter, später dann über das Projekt selbst und den Fortschritt. Man stellt Fragen, wenn etwas unklar ist, zeigt Fotos vom aktuellen Stand seines Werkes, bewundert die Farbwahl und den aktuellen Stand der anderen. Man lässt sich erklären, wie die bisher noch unbekannte Technik, die in dieser Anleitung vorkommt, denn jetzt genau umgesetzt wird, denn so ganz steigt man leider vielleicht doch noch nicht durch, man bequatscht Begebenheiten neben der eigentlichen Handarbeit und und und. Was man halt so macht, wenn man auf andere handarbeitsbegeisterte Menschen trifft, in gewisser Weise zusammensitzt und in Gemeinschaft, jeder für sich, etwas entstehen lässt. Crochetalongs und Knitalongs gibt es übrigens natürlich auch ohne das große Geheimnis drumherum. Dann sind es einfach -Alongs und man häkelt oder strickt gemeinsam nach einer Anleitung, die von vorneherein bekannt ist. Das mit den -Alongs gab es seit vielen Generationen schon in der Familien- oder Dorfgemeinschaft, Uroma und Oma kannten das auch. (OK, vielleicht ohne Mystery, aber wer weiß?) Sie hatten damals vermutlich nur keinen so coolen englischen Begriff dafür. Heutzutage gibt es das Internet, die (Dorf)gemeinschaft kann erweitert werden, bei Ravelry passiert das mit einem Klick weltweit. Inzwischen haben sich mehr als 7,1 Millionen Leute angemeldet. Auch wenn es sicher eine hohe Anzahl an Karteileichen gibt, tummelt sich dort eine ganz schöne Menge. Stricktreffen oder Häkelkränzchen 2.0. Oder sind wir schon bei 4.0?

Solch ein Mystery für Socken war gerade in einer deutschsprachigen Gruppe angekündigt worden, als ich am Rumstöbern war. In der Ankündigung stand auch, dass es ein Mustermix aus vier verschiedenen Mustern werden wird. Sockenwolle hatte ich noch hier, prima. So musste ich mich bei all den vielen, vielen Anleitungen nicht entscheiden, womit ich denn nun meinen Wiedereinstieg in die Handarbeitswelt zelebrieren wollte. Denn ich war mal wieder von der Fülle an Informationen und Anleitungen, die man auf den Seiten von Ravelry vorfindet, irgendwie schlichtweg überfordert. Es gibt so vieles, das Hier schreit und das man am liebsten sofort anschlagen würde. Da dachte ich mir, ein Paar Socken im Mustermix sind für den Anfang bestimmt nicht das Schlechteste. Außerdem, und das passt zu der ganzen Geschichte hier jetzt auch noch sehr gut, hieß der Mystery-Knitalong „Alles ist möglich“. Ihr seht, mysteriös vom Feinsten.

Am 01.05. ging es los und am letzten Donnerstag nun habe ich die zweite Socke nach dieser Mystery-Anleitung fertiggestellt. Ich bin recht stolz auf mich, dass ich das Sockenstricken wohl doch nicht so ganz verlernt hatte. Die vier Abschnitte kann man sehr gut auf dem Foto erkennen. Wie immer, ein Klick aufs Bild vergrößert es. Das Bündchen und der Abschnitt mit dem Zopfmuster waren Hinweis 1. Hinweis 2 beinhaltete das Rechts-Links-Muster und die Ferse. Mit dem dritten Teil kam dieses netzartige Muster. In gedehnterem Zustand könnte man die Kreuzungspunkte auch als Blümchen interpretieren und man erkennt, dass ganz kleine Löchlein dabei sind. Fast ein Lace-Muster also. Hinweis 4 enthielt wieder ein Rechts-Links-Muster und die Arbeitsanweisung, wie die Sockenspitze zu stricken ist. Dem Namen des Mystery-Knitalongs gemäß musste man sich aber weder bei der Anzahl der einzelnen Musterwiederholungen noch bei Ausführung von Ferse oder Spitze sklavisch an die Vorgaben halten. Gut, das muss man sonst natürlich auch nicht, schließlich ist es Handarbeit und damit prädestiniert für individuelle Anpassungen nach Geschmack oder Maß. Ich habe den Schaft dadurch etwas verkürzt, dass ich das Zopfmuster nur zweimal in der Höhe gestrickt habe. Die Erstellerin der Anleitung hat offenbar eine Vorliebe für längere Sockenschäfte. Ihre genauen Angaben haben mir den Wiedereinstieg wirklich sehr erleichtert und zum reinen Vergnügen gemacht. Ich freue mich schon darauf, die neuen Socken zu tragen, wenn es dann mal wieder kalt wird – was gut und gerne noch vier, viereinhalb Monate dauern darf.

Und wenn Ihr Euch jetzt fragen solltet, was denn aus den beiden bunten Knäulchen geworden ist, die irgendwie so überhaupt gar nicht unschuldig daran sind, dass ich Euch den ganzen Sermon hier erzähle, dann kann ich Euch sagen: Ich habe tatsächlich in der Zwischenzeit eine Anleitung gefunden und bin dran, die beiden vom Knäuel zu …. nein, ich verrate es nicht. Wartet ab, ich nadele noch daran herum.

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Brot mit Weizenvollkorn

Von Muschelglimmer - 11.Mai 2017, 16:27 Uhr

Ich backe in Zukunft mehr mit Schrot und Vollkorn. Das hat einen guten Grund. Jetzt mal davon abgesehen, dass es gesund ist. Seit ein paar Wochen bin ich glückliche Besitzerin einer Getreidemühle. Bisher habe ich mit dem Getreidemühlenaufsatz meiner Kenwood gearbeitet. Ich mag das Teil schon, ich werde es nun auch nicht hergeben. Nur musste ich damit halt immer noch ein Stückchen weiter vorausplanen, als man das beim Backen mit Sauerteig ohnehin schon tun muss. Denn wenn es am Abend beim Anrühren des Sauerteigs oder beim Ansetzen von Quell- oder Brühstück schnell gehen soll, müssen meine Zutaten natürlich bereitstehen. Schließlich wartet schon das Abendessen auf mich. Oder die Couch. Wie auch immer, da muss es flott gehen. Oft habe ich in solchen Momenten ein Rezept verworfen, weil eben eine gewisse Menge Vollkornmehl gebraucht wurde. Oder Schrot, fein, mittel, grob, Ihr versteht. Und ich hatte mal wieder nicht vorher dran gedacht, meine Getreidekörner mit der Mühle in die gewünschte Form zu bringen. Oder ich hatte das Rezept erst gerade eben aus einer Unmenge gehorteter Rezepte ausgewählt. Jetzt mal noch schnell die entsprechende Getreidemenge durchlassen, nee, is´ so nicht. Ein bisschen mehr Zeit muss man da schon mitbringen.

Beispielsweise das Kilo Weizenvollkornmehl, das ich diese Woche für mein Brot brauchte. Früher hätte das eeeewig gedauert: Getreidekörner in den Trichter einfüllen, auf gröbster Einstellung durchlassen, groben Schrot wieder oben in den Trichter kippen, Einstellung etwas feiner, ein zweites Mal durchlassen. Diesmal auf Etappen, denn der Trichter wäre bei dieser Menge wohl etwas zu knapp. Schauen, dass auch alles am Ende aus dem Trichter draußen ist, abkühlen lassen. Das Getreide (das an diesem Punkt irgendwo unter Feinschrot einzuordnen wäre), nicht die Maschine! Ein drittes Mal in den Trichter einfüllen, wieder nicht alles auf einmal, Einstellung auf fein …. Da geht einiges an Zeit drauf und plötzlich haste Stress. Nicht gut für die Gesundheit. Da hilft dann auch Vollkorn nicht mehr so doll.

Für die Hawos Oktagon ist ein Kilo Mehl ein Klacks. Oben ganze Getreidekörner rein, unten wunderbares Vollkornmehl raus. Ende. Null Stress. Schon geht´s fröhlich los mit den tatsächlichen Backvorbereitungen.

Das ist es, mein neues Küchenschätzchen:

Vorgestern habe ich dann also ganz spontan ein Brot gebacken, das Marla im Sauerteigforum auf ein Problem eines Mitbäckers hin „mal eben so aus dem Ärmel“ geschüttelt hat.

Mein Mann lobte: „Das Brot duftet supergut und schmeckt auch so!“. Wenn das mal nichts ist! Aber das Lob gebe ich gerne weiter an Marla. Ich habe schließlich „nur“ nachgebacken. Ganz ohne Stress.

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Silvestermitbringsel 2016

Von Muschelglimmer - 04.Januar 2017, 18:44 Uhr

Und schon wieder ist ein Jahr vorbei – höchste Zeit, meine Silvestermitbringsel zu zeigen.

Die Idee hatte ich bereits seit Monaten im Kopf, gebastelt habe ich aber erst wieder zwischen den Jahren. Ging ja recht flott zu machen. Die Grissini, statt mit Bärlauch mit einer Gewürzmischung, waren ruckzuck gebacken. Sie passend hinzubekommen war tatsächlich das Schwerste an der Geschichte. Die Stangen durften ja nicht länger werden als das Tütchen. Den lustigen Spruch auf die eine Seite, die guten Wünsche auf die andere Seite des Papiers gedruckt, die Tütenöffnung damit verschlossen, zugetackert und fertig war die kleine Überraschung.

In diesem Sinne – ein glückliches neues Jahr!

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Der wahre Grillfreund grillt ja das ganze Jahr über. Ihn schrecken weder Herbststurm noch Eiseskälte, weder Weihnachts-
zeit noch Vorfrühling, weder pladdernder Regen noch wirbelnde Flocken. Für den wahren Grillfreund ist immer Grillwetter. Vermutlich ist der wahre Grillfreund eher vom Typ kanadischer Holzfäller, während unsere Bekannten und Freunde genau wie wir mehr so die …. ähm, wie soll ich sagen? … Nun, für uns gibt es tatsächlich Wetter und Zeiten, da können wir gut auf den Grill verzichten. Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir, also jetzt mein Mann und ich, gar keinen eigenen Grill haben. Jedenfalls keinen richtigen. Irgendwo im Keller steht so ein Elektrogrilldingens. Aber auch wenn ich jetzt nicht unbedingt der absolute Freund von ausgesprochenen Rauch- und Röstaromen bin, es stimmt schon, irgendwie fehlt da was. Wenn ich dann allerdings mal wieder vom Angetrauten, der zusammen mit dem stolzen Besitzer des Holzkohlegrills selbstverständlich das Outdoor-Kochen übernimmt, so einen Brandschadenfall frisch vom Grillrost serviert bekomme, wie das manchmal leider auch vorkommt….. ach was, einen Eimer Wasser drüber, reden wir nicht davon!

Reden wir lieber über die Vorfreude auf wirklich wärmende Sonnenstrahlen, auf Kurzärmel-Wetter, aufs gemütliche Sitzen im Freien, auf die erste Grillerei des Jahres bei und mit unseren Freunden. Ein passendes Grillbrot habe ich für dieses Jahr schon gefunden. Eigentlich war die Sache bereits in dem Augenblick entschieden, als ich auf dem Home-Baking-Blog das Pan sencillo entdeckt hatte, laut Dietmar ein spanisches Brot. Den Einleitungssatz „Das “Pan sencillo” schmeckt hervorragend als Beilage zum Grillen“ hat es für mich gar nicht mehr gebraucht, von den Bildern allein war ich schon hin und weg. Ein uriges Wurzelbrot mit zwei verschiedenen Sauerteigen und einem Brühstück aus Sonnenblumenkernen, Sesam und Mohn. Ich habe zuvor noch nie mit Mohn gearbeitet, es gab also auch noch nie Mohnbrötchen aus meiner Heimbäckerei. Das wird sich demnächst vermutlich ändern, doch die Premiere mit Mohn feierte ich mit dem Pan sencillo.

PanAnschkl042016

Wusstet Ihr eigentlich, dass „Wurzelbrot“ nicht im Duden steht? Wurzelbrot, das ist gar kein deutsches Wort. Es sind tatsächlich die Schweizer, die da neben den Franzosen (Baguette) und den Italienern (Ciabatta) bei den Grill- und Partybroten ganz vorne mitmischen. Und bei mir jetzt also irgendwie auch die Spanier mit dem zur Wurzel gedrehten Pan sencillo. Wie gesagt, von mir aus kann´s losgehen!

Pansencillokl

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Bärlauchburger

Von Muschelglimmer - 23.April 2016, 12:16 Uhr

Juhu, Bärlauchzeit! Jedes Jahr freue ich mich sehr über die ersten Frühlingsboten. Ganz besonders habe ich immer „mein“ Bärlauchfeld im Wald im Auge und verfolge gespannt, wie das frische Grün sprießt und gedeiht. Ich suche meine Frühlingsrezepte heraus und wir genießen Leckeres mit selbst gesammeltem Bärlauch. Da passte es nun gut, dass wir sowieso mal wieder Burger machen wollten, denn in der Rezeptsammlung wartete „The Bear´s Garlic Burger“ auf seine Entdeckung. Die in diesem Rezept erwähnten Brioche Burger Buns habe ich allerdings nicht gebacken, denn kürzlich hatte ich bereits beschlossen, demnächst die Hamburger-Brötchen vom Brotdoc auszuprobieren.

Prompt haute die Gare nicht so ganz hin und die meisten Buns rissen auf. Da hätte ich wohl noch ein paar Minuten mit dem Einschießen warten sollen.


BrotdocBurgerBuns

Trotzdem ergab das Ganze am Ende wunderschöne Bärlauchburger. Sowas von lecker…..!


The Bear´s Garlic Burger

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Der aktuelle Gassenhauer

Von Muschelglimmer - 14.Januar 2016, 11:44 Uhr

Es wurde wieder einmal Zeit, den nächsten Gassenhauer nicht nur rauszuhauen, sondern auch hier zu zeigen. Vor über zwei Jahren habe ich dieses leckere Brot auf dem Blog von Amboss entdeckt und seitdem auch bereits ein paar Mal gebacken.


GassenhauerJan16

Obwohl ich finde, dass runde Brote toll aussehen und auch irgendwie etwas Ursprüngliches haben, backe ich Brote „in rund“ recht selten. Das liegt einfach daran, dass ich keine zwei von mittlerer Größe auf meinen Backstein bekomme. Wenn, dann müsste ich zwei kleinere runde Brote backen. Die sind dann aber schnell weg. Oder ich mache ein wirklich großes.

GAnschnKoll

Nur, mit der Größe ist das so eine Sache. Es gibt da ein gewisses Brot, das ich einmal, ohne mir vorher lange über die Rezeptmenge Gedanken zu machen, fröhlich pfeifend nachgebacken habe. Dabei musste ich feststellen, dass mein Backofen und in erster Linie natürlich der Backstein darin so ihre Grenzen bezüglich der Größe haben. Es ging damals gerade noch gut, aber seitdem überlege ich meist genau, ob Rund oder Lang und wenn ja, wie viele. Nennt man das dann eigentlich Hobbybäckerphilosophie?

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Silvestermitbringsel

Von Muschelglimmer - 05.Januar 2016, 15:52 Uhr

Auch ohne offiziellen Weihnachts- und Silvesterurlaub habe ich mir ein paar internetfreie Tage genommen. Deshalb zeige ich erst heute meine Silvestermitbringsel 2015 und wünsche allen noch ein glückliches neues Jahr.

Silvestermitbrkl

Ich hatte bereits letztes Jahr den leisen Verdacht, mit meinen Silvestermitbringseln so etwas wie eine kleine Tradition geschaffen zu haben. Und richtig, als ich mit meinem Karton, in dem ich die diesjährige Überraschung verstaut hatte, um die Ecke bog, wurde ich gleich gefragt, was ich denn diesmal Schönes mitgebracht hätte. Man erinnerte sich an die Glückskekse von 2013 und jemand hatte auch noch als Erinnerung die Bastelei vom letzten Silvester zuhause aufgehoben.

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Dieses Mal verteilte ich selbst gebastelte Kistchen, in denen ein Mini-Schokoriegel lag. Aber noch wichtiger als die Schokolade war natürlich die Eintrittskarte zum Jahr 2016. Und siehe da, alles hat funktioniert! Jedes Mitglied unserer Partygesellschaft wies Schlag Mitternacht seine Eintrittskarte vor und wurde prompt ins neue Jahr hineingelassen. Wenn das mal kein guter Anfang ist 😉

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Die Anleitung für das kleine Kistchen mit dem Klappdeckel habe ich bei Betty´s Creations gefunden und bedanke mich recht herzlich dafür.

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Und zack, einen grünen Haken dahinter!

Welcher grüne Haken wollt Ihr wissen? Der, der seit hier noch fehlte. Wie da schon geschrieben, war das Rezept für die Bolos jenes Rezept, bei dem mir klar wurde, dass ich eine Lievito Madre, kurz LM, brauche. Irgendwann. Mittlerweile wurden die interessanten Rezepte in meiner Sammlung, bei denen Lievito Madre verlangt wird, mehr und mehr. Vor Kurzem war ich nun schon einmal drauf und dran, eine aus meinem vorhandenen Weizensauerteig zu züchten, habe es aber vermutlich wegen der Wärme versemmelt. Die Lievito Madre war schneller übergar, als ich gucken konnte. Der zweite Anlauf ist nun aber gelungen, meine Hefemuddi scheint arbeitswillig.

So sieht das Ganze aus: Nach dem Füttern eine kleine, feste Teigkugel – drei Stunden später schön aufgegangen und bereit, im Teig für Auftrieb zu sorgen.

LMStart-Ende3Std

Das Rezept für die Süßkartoffelbrötchen habe ich von hier. Eine Backfreundin aus dem Sauerteigforum schlug noch eine winzige Änderung vor und nun sehen meine fertigen Brötchen mit LM frisch aus dem Ofen so aus:

alleBolokl

Ganz ohne Bäckerhefe, allein die Lievito Madre hat für den Trieb gesorgt.

Sammelkl

Ist diese orangefarbene Krume nicht ein Hingucker? Ich habe die Süßkartoffel nicht einfach geraspelt, sondern gekocht und zerdrückt zum Teig gegeben.

BoloAnschnkl

Der Teig war trotz Dehnen und Falten schon noch recht weich, aber doch gut zu handhaben. Ich habe ihn auf einer eingeölten Glasplatte in sechs Stücke geteilt, sie in halbwegs runde Form gebracht und die Teiglinge dann aufs Backpapier verfrachtet. Deshalb war die Unterseite nach dem Backen vom Öl krachig knusprig. Mit etwas Bärlauchbutter bestrichen – damit sie nicht einseitig sind, gell? – lecker!

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Minialben

Von Muschelglimmer - 01.Juni 2015, 13:57 Uhr

Als ich vor Kurzem das erste Mal selbst gebastelte Minialben auf Pinterest sah, fand ich sie zwar im Grunde hübsch, fragte mich aber, was ich selbst damit eigentlich anfangen würde. Alle unsere Fotos landen, ganz digitales Zeitalter, auf Festplatten, werden an Bildschirmen angeschaut aber eher selten auf Papier gedruckt. Doch dann fiel mir ein, dass ich eine Person im Verwandtenkreis habe, die sich mit Begeisterung von ihren Fotos Fotobücher zusammenstellt und diese sammelt. Und von einer weiteren Person vermutete ich schwer, dass sie sich ebenfalls über eine bestimmte Auswahl an Fotos in einem selbst gestalteten Album freuen würde. Beide hatten dieser Tage kurz nacheinander Geburtstag. Und, nicht zu vergessen, dazu kam, dass nicht lange vor diesen Geburtstagen ein Ereignis stattgefunden hat, bei dem beide anwesend und Fotos quasi Pflicht waren. Außerdem, wenn mich mal was angelacht hat – na, Ihr wisst schon. Man will ja schließlich wissen, ob man´s hinkriegt. Also, Umstände, Motiv, Gelegenheit – alles da, alles passt! Und so habe ich mir eine nicht zu schwierige Anleitung herausgesucht, meine Ende letzten Jahres schon einmal entstaubte Bastelausrüstung gesichtet, fehlendes Material bestellt und schon ging es los.

Das erste Leporello habe ich gleich mal in den Sand gesetzt, weil ich alle Seiten in den Buchrücken eingebunden habe. Mööööp! Aber nun ja, so ist es halt eine Variante, warum auch nicht. Das zweite ist allerdings genau nach Plan tatsächlich vor und nach dem Mittelteil leporellomäßig faltbar.

Falls jemand seit der Überschrift meint zu wissen, wovon ich hier eigentlich schreibe, der kann mit den nachfolgenden Fotos überprüfen, ob er richtig gedacht hat. Allen anderen hilft die Bilderserie sicherlich auf die Sprünge.

Leporellogelbkl

Zusamm1

Zusammenfassung2hinter

Zusammen3hinter

Wie erhofft haben sich die beiden Beschenkten sehr über die mit Fotos gefüllten Minialben gefreut.

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