Muschelglimmer

Der wahre Grillfreund grillt ja das ganze Jahr über. Ihn schrecken weder Herbststurm noch Eiseskälte, weder Weihnachts-
zeit noch Vorfrühling, weder pladdernder Regen noch wirbelnde Flocken. Für den wahren Grillfreund ist immer Grillwetter. Vermutlich ist der wahre Grillfreund eher vom Typ kanadischer Holzfäller, während unsere Bekannten und Freunde genau wie wir mehr so die …. ähm, wie soll ich sagen? … Nun, für uns gibt es tatsächlich Wetter und Zeiten, da können wir gut auf den Grill verzichten. Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir, also jetzt mein Mann und ich, gar keinen eigenen Grill haben. Jedenfalls keinen richtigen. Irgendwo im Keller steht so ein Elektrogrilldingens. Aber auch wenn ich jetzt nicht unbedingt der absolute Freund von ausgesprochenen Rauch- und Röstaromen bin, es stimmt schon, irgendwie fehlt da was. Wenn ich dann allerdings mal wieder vom Angetrauten, der zusammen mit dem stolzen Besitzer des Holzkohlegrills selbstverständlich das Outdoor-Kochen übernimmt, so einen Brandschadenfall frisch vom Grillrost serviert bekomme, wie das manchmal leider auch vorkommt….. ach was, einen Eimer Wasser drüber, reden wir nicht davon!

Reden wir lieber über die Vorfreude auf wirklich wärmende Sonnenstrahlen, auf Kurzärmel-Wetter, aufs gemütliche Sitzen im Freien, auf die erste Grillerei des Jahres bei und mit unseren Freunden. Ein passendes Grillbrot habe ich für dieses Jahr schon gefunden. Eigentlich war die Sache bereits in dem Augenblick entschieden, als ich auf dem Home-Baking-Blog das Pan sencillo entdeckt hatte, laut Dietmar ein spanisches Brot. Den Einleitungssatz „Das “Pan sencillo” schmeckt hervorragend als Beilage zum Grillen“ hat es für mich gar nicht mehr gebraucht, von den Bildern allein war ich schon hin und weg. Ein uriges Wurzelbrot mit zwei verschiedenen Sauerteigen und einem Brühstück aus Sonnenblumenkernen, Sesam und Mohn. Ich habe zuvor noch nie mit Mohn gearbeitet, es gab also auch noch nie Mohnbrötchen aus meiner Heimbäckerei. Das wird sich demnächst vermutlich ändern, doch die Premiere mit Mohn feierte ich mit dem Pan sencillo.

PanAnschkl042016

Wusstet Ihr eigentlich, dass „Wurzelbrot“ nicht im Duden steht? Wurzelbrot, das ist gar kein deutsches Wort. Es sind tatsächlich die Schweizer, die da neben den Franzosen (Baguette) und den Italienern (Ciabatta) bei den Grill- und Partybroten ganz vorne mitmischen. Und bei mir jetzt also irgendwie auch die Spanier mit dem zur Wurzel gedrehten Pan sencillo. Wie gesagt, von mir aus kann´s losgehen!

Pansencillokl

Abgelegt unter: Backen,Küchentratsch | RSS 2.0 | TB | Tags: , | 2 Kommentare

Bärlauchburger

Von Muschelglimmer - 23.April 2016, 12:16 Uhr

Juhu, Bärlauchzeit! Jedes Jahr freue ich mich sehr über die ersten Frühlingsboten. Ganz besonders habe ich immer „mein“ Bärlauchfeld im Wald im Auge und verfolge gespannt, wie das frische Grün sprießt und gedeiht. Ich suche meine Frühlingsrezepte heraus und wir genießen Leckeres mit selbst gesammeltem Bärlauch. Da passte es nun gut, dass wir sowieso mal wieder Burger machen wollten, denn in der Rezeptsammlung wartete „The Bear´s Garlic Burger“ auf seine Entdeckung. Die in diesem Rezept erwähnten Brioche Burger Buns habe ich allerdings nicht gebacken, denn kürzlich hatte ich bereits beschlossen, demnächst die Hamburger-Brötchen vom Brotdoc auszuprobieren.

Prompt haute die Gare nicht so ganz hin und die meisten Buns rissen auf. Da hätte ich wohl noch ein paar Minuten mit dem Einschießen warten sollen.


BrotdocBurgerBuns

Trotzdem ergab das Ganze am Ende wunderschöne Bärlauchburger. Sowas von lecker…..!


The Bear´s Garlic Burger

Abgelegt unter: Küchentratsch | RSS 2.0 | TB | Tags: , | 2 Kommentare

Der aktuelle Gassenhauer

Von Muschelglimmer - 14.Januar 2016, 11:44 Uhr

Es wurde wieder einmal Zeit, den nächsten Gassenhauer nicht nur rauszuhauen, sondern auch hier zu zeigen. Vor über zwei Jahren habe ich dieses leckere Brot auf dem Blog von Amboss entdeckt und seitdem auch bereits ein paar Mal gebacken.


GassenhauerJan16

Obwohl ich finde, dass runde Brote toll aussehen und auch irgendwie etwas Ursprüngliches haben, backe ich Brote „in rund“ recht selten. Das liegt einfach daran, dass ich keine zwei von mittlerer Größe auf meinen Backstein bekomme. Wenn, dann müsste ich zwei kleinere runde Brote backen. Die sind dann aber schnell weg. Oder ich mache ein wirklich großes.

GAnschnKoll

Nur, mit der Größe ist das so eine Sache. Es gibt da ein gewisses Brot, das ich einmal, ohne mir vorher lange über die Rezeptmenge Gedanken zu machen, fröhlich pfeifend nachgebacken habe. Dabei musste ich feststellen, dass mein Backofen und in erster Linie natürlich der Backstein darin so ihre Grenzen bezüglich der Größe haben. Es ging damals gerade noch gut, aber seitdem überlege ich meist genau, ob Rund oder Lang und wenn ja, wie viele. Nennt man das dann eigentlich Hobbybäckerphilosophie?

Abgelegt unter: Backen | RSS 2.0 | TB | Tags:  | Keine Kommentare

Silvestermitbringsel

Von Muschelglimmer - 05.Januar 2016, 15:52 Uhr

Auch ohne offiziellen Weihnachts- und Silvesterurlaub habe ich mir ein paar internetfreie Tage genommen. Deshalb zeige ich erst heute meine Silvestermitbringsel 2015 und wünsche allen noch ein glückliches neues Jahr.

Silvestermitbrkl

Ich hatte bereits letztes Jahr den leisen Verdacht, mit meinen Silvestermitbringseln so etwas wie eine kleine Tradition geschaffen zu haben. Und richtig, als ich mit meinem Karton, in dem ich die diesjährige Überraschung verstaut hatte, um die Ecke bog, wurde ich gleich gefragt, was ich denn diesmal Schönes mitgebracht hätte. Man erinnerte sich an die Glückskekse von 2013 und jemand hatte auch noch als Erinnerung die Bastelei vom letzten Silvester zuhause aufgehoben.

zusammenfkl

Dieses Mal verteilte ich selbst gebastelte Kistchen, in denen ein Mini-Schokoriegel lag. Aber noch wichtiger als die Schokolade war natürlich die Eintrittskarte zum Jahr 2016. Und siehe da, alles hat funktioniert! Jedes Mitglied unserer Partygesellschaft wies Schlag Mitternacht seine Eintrittskarte vor und wurde prompt ins neue Jahr hineingelassen. Wenn das mal kein guter Anfang ist 😉

offenkl

Die Anleitung für das kleine Kistchen mit dem Klappdeckel habe ich bei Betty´s Creations gefunden und bedanke mich recht herzlich dafür.

Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Tags:  | 1 Kommentar

Und zack, einen grünen Haken dahinter!

Welcher grüne Haken wollt Ihr wissen? Der, der seit hier noch fehlte. Wie da schon geschrieben, war das Rezept für die Bolos jenes Rezept, bei dem mir klar wurde, dass ich eine Lievito Madre, kurz LM, brauche. Irgendwann. Mittlerweile wurden die interessanten Rezepte in meiner Sammlung, bei denen Lievito Madre verlangt wird, mehr und mehr. Vor Kurzem war ich nun schon einmal drauf und dran, eine aus meinem vorhandenen Weizensauerteig zu züchten, habe es aber vermutlich wegen der Wärme versemmelt. Die Lievito Madre war schneller übergar, als ich gucken konnte. Der zweite Anlauf ist nun aber gelungen, meine Hefemuddi scheint arbeitswillig.

So sieht das Ganze aus: Nach dem Füttern eine kleine, feste Teigkugel – drei Stunden später schön aufgegangen und bereit, im Teig für Auftrieb zu sorgen.

LMStart-Ende3Std

Das Rezept für die Süßkartoffelbrötchen habe ich von hier. Eine Backfreundin aus dem Sauerteigforum schlug noch eine winzige Änderung vor und nun sehen meine fertigen Brötchen mit LM frisch aus dem Ofen so aus:

alleBolokl

Ganz ohne Bäckerhefe, allein die Lievito Madre hat für den Trieb gesorgt.

Sammelkl

Ist diese orangefarbene Krume nicht ein Hingucker? Ich habe die Süßkartoffel nicht einfach geraspelt, sondern gekocht und zerdrückt zum Teig gegeben.

BoloAnschnkl

Der Teig war trotz Dehnen und Falten schon noch recht weich, aber doch gut zu handhaben. Ich habe ihn auf einer eingeölten Glasplatte in sechs Stücke geteilt, sie in halbwegs runde Form gebracht und die Teiglinge dann aufs Backpapier verfrachtet. Deshalb war die Unterseite nach dem Backen vom Öl krachig knusprig. Mit etwas Bärlauchbutter bestrichen – damit sie nicht einseitig sind, gell? – lecker!

Abgelegt unter: Backen,Küchentratsch | RSS 2.0 | TB | Tags:  | 1 Kommentar

Minialben

Von Muschelglimmer - 01.Juni 2015, 13:57 Uhr

Als ich vor Kurzem das erste Mal selbst gebastelte Minialben auf Pinterest sah, fand ich sie zwar im Grunde hübsch, fragte mich aber, was ich selbst damit eigentlich anfangen würde. Alle unsere Fotos landen, ganz digitales Zeitalter, auf Festplatten, werden an Bildschirmen angeschaut aber eher selten auf Papier gedruckt. Doch dann fiel mir ein, dass ich eine Person im Verwandtenkreis habe, die sich mit Begeisterung von ihren Fotos Fotobücher zusammenstellt und diese sammelt. Und von einer weiteren Person vermutete ich schwer, dass sie sich ebenfalls über eine bestimmte Auswahl an Fotos in einem selbst gestalteten Album freuen würde. Beide hatten dieser Tage kurz nacheinander Geburtstag. Und, nicht zu vergessen, dazu kam, dass nicht lange vor diesen Geburtstagen ein Ereignis stattgefunden hat, bei dem beide anwesend und Fotos quasi Pflicht waren. Außerdem, wenn mich mal was angelacht hat – na, Ihr wisst schon. Man will ja schließlich wissen, ob man´s hinkriegt. Also, Umstände, Motiv, Gelegenheit – alles da, alles passt! Und so habe ich mir eine nicht zu schwierige Anleitung herausgesucht, meine Ende letzten Jahres schon einmal entstaubte Bastelausrüstung gesichtet, fehlendes Material bestellt und schon ging es los.

Das erste Leporello habe ich gleich mal in den Sand gesetzt, weil ich alle Seiten in den Buchrücken eingebunden habe. Mööööp! Aber nun ja, so ist es halt eine Variante, warum auch nicht. Das zweite ist allerdings genau nach Plan tatsächlich vor und nach dem Mittelteil leporellomäßig faltbar.

Falls jemand seit der Überschrift meint zu wissen, wovon ich hier eigentlich schreibe, der kann mit den nachfolgenden Fotos überprüfen, ob er richtig gedacht hat. Allen anderen hilft die Bilderserie sicherlich auf die Sprünge.

Leporellogelbkl

Zusamm1

Zusammenfassung2hinter

Zusammen3hinter

Wie erhofft haben sich die beiden Beschenkten sehr über die mit Fotos gefüllten Minialben gefreut.

Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Tags:  | 2 Kommentare

Vollkornbuttermilchbrot

Von Muschelglimmer - 26.April 2015, 08:51 Uhr

Nachdem ich für den aktuellen Backtag Vollkornbrot angekündigt hatte, wollte mein Mann fast schon die Ökofreak-Revival-Ausrüstung herauskramen – Stirnband, Jesuslatschen, Flower-Power-Klebebildchen und sicherheitshalber auch Kehrschaufel und Besen (natürlich aus Holz aus nachhaltigem Anbau und mit Rosshaar von glücklichen Rössern), um die erwarteten Krümel angemessen in eine Jutetasche befördern zu können. Aber nach dem Anschneiden stellte der Kleingläubige schnell fest, dass seine anfänglichen Befürchtungen von wegen krümelige Angelegenheit und trockene, feste Krume völlig unberechtigt waren.

Vollkornbuttermilchbrote

Vollkornbrot - scheibchenweise

Diese Vollkornbuttermilchbrote, die ich nach einem Rezept von Amboss gebacken habe, ähneln keinesfalls den oft geschmähten Backwerken der „Müslis“ von früher. Sie krümeln nicht mehr als andere Brote, die Lockerheit erkennt man auf den ersten Blick und schmecken, schmecken tut´s prima. Wie Amboss schreibt, ein tolles rustikales Brot, das am zweiten Tag noch besser schmeckt. Gut, dass wir drüber gesprochen haben!

PS: Auch wenn ich oben in lustigem Ton über den Ökogedanken schreibe, ich bin tatsächlich für Jute statt Plastik!

Abgelegt unter: Backen,Küchentratsch | RSS 2.0 | TB | Tags:  | 1 Kommentar

Bärlauch-Grissini

Von Muschelglimmer - 29.März 2015, 15:09 Uhr

Knusper-knusper! Vor sechs Wochen zeigte ich Fotos vom sprießenden Bärlauch, jetzt habe ich ihn zum ersten Mal in diesem Jahr in der Küche verarbeitet. Den Anfang machen die Bärlauch-Grissini aus dem Sauerteigforum. Ja, hier kommt tatsächlich zusätzlich ein Klecks (Weizen)Sauerteig in den Teig, auch wenn die Grissini unter Hefeteig firmieren. Wer keinen Sauerteig hat, muss sich aber nicht grämen. Man kann sie auch ohne das Löffelchen Sauerteig backen.

BaerlauchgrissinisMaerz2015kl3

Aufbewahrt werden die Grissini bei mir in einer hohen runden Blechdose, in der ich zur Weihnachtszeit Plätzchen lagere. Allzu lange sind die Grissini da aber nicht drin, dafür werden sie viel zu gerne weggeknuspert.

Abgelegt unter: Backen,Küchentratsch | RSS 2.0 | TB | Tags:  | 1 Kommentar

Karten basteln

Von Muschelglimmer - 20.März 2015, 18:29 Uhr

Dieser Tage habe ich mal etwas ganz anderes gemacht. Ich habe einen Workshop besucht, bei dem frühlingsfrische Geburtstagskarten gebastelt wurden.

Kartenzusammenkl

Man glaubt es kaum, aber auch Stempeln will tatsächlich gelernt sein. So kann man deutlich meinen Übereifer beim Stempeln der ersten Karte erkennen. Die Farbschliere vor dem Wort Geburtstag sollte eigentlich nicht sein. Dagegen hätte der Abdruck der „anhängenden Girlande“ unter dem Ballon ganz rechts viel besser zu sehen sein sollen. Ups, da war zu wenig Stempelfarbe am Stempel. Und über das Anpassen der Schneideform beim Ballon mit der Schleife will ich mal ganz schweigen. Wenn man mit solchem Werkzeug noch nie zuvor gearbeitet hat, kennt man die Eigenschaften, Kniffe und Tricks nun mal noch nicht.

Ballonganzkl

Hier sieht man schön die unterschiedlichen Ebenen der Karte:

Ballondetailkl

Die nächste Karte lässt sich hochkant aufklappen. Eine Blätterranke, ein netter Spruch, ein Herz mit Washi Tape, etwas Bäckergarn (na, das passt doch zu mir!), gestanzte Herzchen und Funkelsteinchen, fertig ist die Laube.

gruendrehtkl

Detailaufnahme:

gründrehtdetailkl

Die letzte Karte ist eigentlich nicht viel aufwendiger gebastelt. Die Farbspritzer sind mit einem Kleckse-Stempel entstanden, die Wimpel aus zwei Streifen Designerpapier, in die ich die Zacken am Ende frei von Hand hineingeschnitten habe. Der Spruch wurde zuerst in der einen Farbe plan auf ein Stück weißen Farbkarton gestempelt, dann noch einmal in einer zweiten Farbe auf ein weiteres Stück. Anschließend habe ich den ersten Spruch mit einer passenden Stanze ausgestanzt, vom zweiten Stempelabdruck nur das Wort Geburtstag mitsamt seinem hübschen Rahmen von Hand ausgeschnitten und dann das Ganze mit Abstandshaltern aufeinandergeklebt.

Wimpelkarteklein

Der Schmetterling ist aus einem Stück festem Pergamentpapier, das durch eine Prägeplatte diese erhabenen Punkte bekommen hat. Anschließend habe ich die Form mit einer Stanze ausgestanzt. Eine Halbperle gibt dem Schmetterling den letzten Schliff. Hier noch eine Nahaufnahme davon:

Schmetterlingdetailkl

Die Kartenbastelei hat mir viel Spaß gemacht. Als Neuling musste ich bei dem Workshop allerdings schon ein wenig schauen, dass ich mit den anderen Bastlerinnen, die mit den Materialien und Werkzeugen bereits mehr Erfahrung haben, Schritt halten konnte. Allein die ganzen neuen Namen. Nein, nicht die der anderen Mädels, die der Farben! Türkis beispielsweise heißt hier nämlich Jade, dieses Rosa hört auf Calypso und selbst Weiß ist nicht einfach nur Weiß sondern ….. pssst! ….. Flüsterweiß. Aber nachdem ich die ersten Stempelfarbflecken an den Fingern hatte, habe ich schon nicht mehr gefremdelt.

Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Tags:  | 2 Kommentare

Zum Abschluss der Schatzsuche habe ich dieses Vollkorn-Weizenmischbrot mit Weizensauerteig und Hefevorteig ausgebuddelt. Das Rezept habe ich innerhalb einer Woche nun schon zum zweiten Mal gebacken. Beim ersten Mal liefen mir beide Laibe im Ofen breit. Bevor ich Fotos machen konnte, legten mich irgendwelche linken Bazillen lahm. Die Brote wurden natürlich in der Zwischenzeit angeschnitten und gegessen. Deshalb, kaum wieder einigermaßen auf den Beinen, gestern also gleich eine Neuauflage. Schließlich brauchte ich einen Beweis, dass der Schatz gehoben ist. Diesmal packte ich einen Laib in den Kasten. Obwohl ich die Gehzeit auf eine Stunde verkürzt hatte – die Teiglinge waren bis dahin bereits zu doppelter Größe aufgegangen – lief mir das freigeschobene Brot wieder breit. Ich fand´s nicht nett, mein Mann dagegen freute sich erneut über die Mehrmenge an knuspriger Kruste. Also alles gut.

Gegenüber dem Originalrezept habe ich die Anstellgutmenge für den Sauerteig auf 24 Gramm und die Hefe im Vorteig auf 4 Gramm verringert. Den Esslöffel Weizenmalz habe ich durch einen knappen Esslöffel Gerstenmalzextrakt ersetzt. Beim zweiten Anlauf habe ich die Rezeptmengen um ein Viertel verringert. Falls man zwei freigeschobene, wanderlustige Laibe einschießt, besteht so die Hoffnung, dass auch ohne Pfannenwender-Nachhilfe wenigstens alles auf dem Backstein bleibt. Man muss sich nur zu helfen wissen…

sch4

Dieses Brot gab nun den Ausschlag, dass ich in Zukunft wohl auch Vollkornmehle in meinem Vorrat haben werde. Bisher habe ich Vollkorn selbst gemahlen. Aber so sehr ich den Getreidemühlenaufsatz meiner Kenwood schätze, es braucht doch eine gewisse Zeit, wenn man mehr als zweihundert Gramm damit mahlen will. Die Kleie stört mich dabei nicht, aber ich muss die Körner zuerst schroten und dann das Mehl auf zwei, drei Schritte aufgeteilt durchlassen. Eine „richtige“ Getreidemühle kann über eine Menge von vier-, sechs-, achthundert Gramm nur ganz müde lächeln. Aber egal, schließlich hole ich meine anderen Mehlsorten auch im Mühlenladen, da bestelle ich einfach meine Vollkornmehle bei Bedarf dazu.

So und jetzt ist das Schatzsuche-Event also vorbei. Insgesamt wurden fünfundvierzig Brote nach Rezepten, die nach 2012 offensichtlich keine Beachtung mehr fanden, gebacken. Keiner der Mitbäcker hat einen kompletten Reinfall gemeldet, was doch sehr auch für die älteren Rezepte in unserem Forum spricht. Meine Nachbackliste ist durch diese Aktion dummerweise noch mehr angewachsen. Wir haben so interessante Brote gefunden, da fällt die Wahl schwer, welches zuerst in den Ofen wandern soll. Es bleibt also auf jeden Fall weiterhin abwechslungsreich in meinem Brotkorb.

Muschelglimmer läuft unter Wordpress 4.5.1
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates
37 Verweise - 0,140 Sekunden.