Muschelglimmer

Und zack, einen grünen Haken dahinter!

Welcher grüne Haken wollt Ihr wissen? Der, der seit hier noch fehlte. Wie da schon geschrieben, war das Rezept für die Bolos jenes Rezept, bei dem mir klar wurde, dass ich eine Lievito Madre, kurz LM, brauche. Irgendwann. Mittlerweile wurden die interessanten Rezepte in meiner Sammlung, bei denen Lievito Madre verlangt wird, mehr und mehr. Vor Kurzem war ich nun schon einmal drauf und dran, eine aus meinem vorhandenen Weizensauerteig zu züchten, habe es aber vermutlich wegen der Wärme versemmelt. Die Lievito Madre war schneller übergar, als ich gucken konnte. Der zweite Anlauf ist nun aber gelungen, meine Hefemuddi scheint arbeitswillig.

So sieht das Ganze aus: Nach dem Füttern eine kleine, feste Teigkugel – drei Stunden später schön aufgegangen und bereit, im Teig für Auftrieb zu sorgen.

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Das Rezept für die Süßkartoffelbrötchen habe ich von hier. Eine Backfreundin aus dem Sauerteigforum schlug noch eine winzige Änderung vor und nun sehen meine fertigen Brötchen mit LM frisch aus dem Ofen so aus:

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Ganz ohne Bäckerhefe, allein die Lievito Madre hat für den Trieb gesorgt.

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Ist diese orangefarbene Krume nicht ein Hingucker? Ich habe die Süßkartoffel nicht einfach geraspelt, sondern gekocht und zerdrückt zum Teig gegeben.

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Der Teig war trotz Dehnen und Falten schon noch recht weich, aber doch gut zu handhaben. Ich habe ihn auf einer eingeölten Glasplatte in sechs Stücke geteilt, sie in halbwegs runde Form gebracht und die Teiglinge dann aufs Backpapier verfrachtet. Deshalb war die Unterseite nach dem Backen vom Öl krachig knusprig. Mit etwas Bärlauchbutter bestrichen – damit sie nicht einseitig sind, gell? – lecker!

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Minialben

Von Muschelglimmer - 01.Juni 2015, 13:57 Uhr

Als ich vor Kurzem das erste Mal selbst gebastelte Minialben auf Pinterest sah, fand ich sie zwar im Grunde hübsch, fragte mich aber, was ich selbst damit eigentlich anfangen würde. Alle unsere Fotos landen, ganz digitales Zeitalter, auf Festplatten, werden an Bildschirmen angeschaut aber eher selten auf Papier gedruckt. Doch dann fiel mir ein, dass ich eine Person im Verwandtenkreis habe, die sich mit Begeisterung von ihren Fotos Fotobücher zusammenstellt und diese sammelt. Und von einer weiteren Person vermutete ich schwer, dass sie sich ebenfalls über eine bestimmte Auswahl an Fotos in einem selbst gestalteten Album freuen würde. Beide hatten dieser Tage kurz nacheinander Geburtstag. Und, nicht zu vergessen, dazu kam, dass nicht lange vor diesen Geburtstagen ein Ereignis stattgefunden hat, bei dem beide anwesend und Fotos quasi Pflicht waren. Außerdem, wenn mich mal was angelacht hat – na, Ihr wisst schon. Man will ja schließlich wissen, ob man´s hinkriegt. Also, Umstände, Motiv, Gelegenheit – alles da, alles passt! Und so habe ich mir eine nicht zu schwierige Anleitung herausgesucht, meine Ende letzten Jahres schon einmal entstaubte Bastelausrüstung gesichtet, fehlendes Material bestellt und schon ging es los.

Das erste Leporello habe ich gleich mal in den Sand gesetzt, weil ich alle Seiten in den Buchrücken eingebunden habe. Mööööp! Aber nun ja, so ist es halt eine Variante, warum auch nicht. Das zweite ist allerdings genau nach Plan tatsächlich vor und nach dem Mittelteil leporellomäßig faltbar.

Falls jemand seit der Überschrift meint zu wissen, wovon ich hier eigentlich schreibe, der kann mit den nachfolgenden Fotos überprüfen, ob er richtig gedacht hat. Allen anderen hilft die Bilderserie sicherlich auf die Sprünge.

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Wie erhofft haben sich die beiden Beschenkten sehr über die mit Fotos gefüllten Minialben gefreut.

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Vollkornbuttermilchbrot

Von Muschelglimmer - 26.April 2015, 08:51 Uhr

Nachdem ich für den aktuellen Backtag Vollkornbrot angekündigt hatte, wollte mein Mann fast schon die Ökofreak-Revival-Ausrüstung herauskramen – Stirnband, Jesuslatschen, Flower-Power-Klebebildchen und sicherheitshalber auch Kehrschaufel und Besen (natürlich aus Holz aus nachhaltigem Anbau und mit Rosshaar von glücklichen Rössern), um die erwarteten Krümel angemessen in eine Jutetasche befördern zu können. Aber nach dem Anschneiden stellte der Kleingläubige schnell fest, dass seine anfänglichen Befürchtungen von wegen krümelige Angelegenheit und trockene, feste Krume völlig unberechtigt waren.

Vollkornbuttermilchbrote

Vollkornbrot - scheibchenweise

Diese Vollkornbuttermilchbrote, die ich nach einem Rezept von Amboss gebacken habe, ähneln keinesfalls den oft geschmähten Backwerken der „Müslis“ von früher. Sie krümeln nicht mehr als andere Brote, die Lockerheit erkennt man auf den ersten Blick und schmecken, schmecken tut´s prima. Wie Amboss schreibt, ein tolles rustikales Brot, das am zweiten Tag noch besser schmeckt. Gut, dass wir drüber gesprochen haben!

PS: Auch wenn ich oben in lustigem Ton über den Ökogedanken schreibe, ich bin tatsächlich für Jute statt Plastik!

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Bärlauch-Grissini

Von Muschelglimmer - 29.März 2015, 15:09 Uhr

Knusper-knusper! Vor sechs Wochen zeigte ich Fotos vom sprießenden Bärlauch, jetzt habe ich ihn zum ersten Mal in diesem Jahr in der Küche verarbeitet. Den Anfang machen die Bärlauch-Grissini aus dem Sauerteigforum. Ja, hier kommt tatsächlich zusätzlich ein Klecks (Weizen)Sauerteig in den Teig, auch wenn die Grissini unter Hefeteig firmieren. Wer keinen Sauerteig hat, muss sich aber nicht grämen. Man kann sie auch ohne das Löffelchen Sauerteig backen.

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Aufbewahrt werden die Grissini bei mir in einer hohen runden Blechdose, in der ich zur Weihnachtszeit Plätzchen lagere. Allzu lange sind die Grissini da aber nicht drin, dafür werden sie viel zu gerne weggeknuspert.

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Karten basteln

Von Muschelglimmer - 20.März 2015, 18:29 Uhr

Dieser Tage habe ich mal etwas ganz anderes gemacht. Ich habe einen Workshop besucht, bei dem frühlingsfrische Geburtstagskarten gebastelt wurden.

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Man glaubt es kaum, aber auch Stempeln will tatsächlich gelernt sein. So kann man deutlich meinen Übereifer beim Stempeln der ersten Karte erkennen. Die Farbschliere vor dem Wort Geburtstag sollte eigentlich nicht sein. Dagegen hätte der Abdruck der „anhängenden Girlande“ unter dem Ballon ganz rechts viel besser zu sehen sein sollen. Ups, da war zu wenig Stempelfarbe am Stempel. Und über das Anpassen der Schneideform beim Ballon mit der Schleife will ich mal ganz schweigen. Wenn man mit solchem Werkzeug noch nie zuvor gearbeitet hat, kennt man die Eigenschaften, Kniffe und Tricks nun mal noch nicht.

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Hier sieht man schön die unterschiedlichen Ebenen der Karte:

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Die nächste Karte lässt sich hochkant aufklappen. Eine Blätterranke, ein netter Spruch, ein Herz mit Washi Tape, etwas Bäckergarn (na, das passt doch zu mir!), gestanzte Herzchen und Funkelsteinchen, fertig ist die Laube.

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Detailaufnahme:

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Die letzte Karte ist eigentlich nicht viel aufwendiger gebastelt. Die Farbspritzer sind mit einem Kleckse-Stempel entstanden, die Wimpel aus zwei Streifen Designerpapier, in die ich die Zacken am Ende frei von Hand hineingeschnitten habe. Der Spruch wurde zuerst in der einen Farbe plan auf ein Stück weißen Farbkarton gestempelt, dann noch einmal in einer zweiten Farbe auf ein weiteres Stück. Anschließend habe ich den ersten Spruch mit einer passenden Stanze ausgestanzt, vom zweiten Stempelabdruck nur das Wort Geburtstag mitsamt seinem hübschen Rahmen von Hand ausgeschnitten und dann das Ganze mit Abstandshaltern aufeinandergeklebt.

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Der Schmetterling ist aus einem Stück festem Pergamentpapier, das durch eine Prägeplatte diese erhabenen Punkte bekommen hat. Anschließend habe ich die Form mit einer Stanze ausgestanzt. Eine Halbperle gibt dem Schmetterling den letzten Schliff. Hier noch eine Nahaufnahme davon:

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Die Kartenbastelei hat mir viel Spaß gemacht. Als Neuling musste ich bei dem Workshop allerdings schon ein wenig schauen, dass ich mit den anderen Bastlerinnen, die mit den Materialien und Werkzeugen bereits mehr Erfahrung haben, Schritt halten konnte. Allein die ganzen neuen Namen. Nein, nicht die der anderen Mädels, die der Farben! Türkis beispielsweise heißt hier nämlich Jade, dieses Rosa hört auf Calypso und selbst Weiß ist nicht einfach nur Weiß sondern ….. pssst! ….. Flüsterweiß. Aber nachdem ich die ersten Stempelfarbflecken an den Fingern hatte, habe ich schon nicht mehr gefremdelt.

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Zum Abschluss der Schatzsuche habe ich dieses Vollkorn-Weizenmischbrot mit Weizensauerteig und Hefevorteig ausgebuddelt. Das Rezept habe ich innerhalb einer Woche nun schon zum zweiten Mal gebacken. Beim ersten Mal liefen mir beide Laibe im Ofen breit. Bevor ich Fotos machen konnte, legten mich irgendwelche linken Bazillen lahm. Die Brote wurden natürlich in der Zwischenzeit angeschnitten und gegessen. Deshalb, kaum wieder einigermaßen auf den Beinen, gestern also gleich eine Neuauflage. Schließlich brauchte ich einen Beweis, dass der Schatz gehoben ist. Diesmal packte ich einen Laib in den Kasten. Obwohl ich die Gehzeit auf eine Stunde verkürzt hatte – die Teiglinge waren bis dahin bereits zu doppelter Größe aufgegangen – lief mir das freigeschobene Brot wieder breit. Ich fand´s nicht nett, mein Mann dagegen freute sich erneut über die Mehrmenge an knuspriger Kruste. Also alles gut.

Gegenüber dem Originalrezept habe ich die Anstellgutmenge für den Sauerteig auf 24 Gramm und die Hefe im Vorteig auf 4 Gramm verringert. Den Esslöffel Weizenmalz habe ich durch einen knappen Esslöffel Gerstenmalzextrakt ersetzt. Beim zweiten Anlauf habe ich die Rezeptmengen um ein Viertel verringert. Falls man zwei freigeschobene, wanderlustige Laibe einschießt, besteht so die Hoffnung, dass auch ohne Pfannenwender-Nachhilfe wenigstens alles auf dem Backstein bleibt. Man muss sich nur zu helfen wissen…

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Dieses Brot gab nun den Ausschlag, dass ich in Zukunft wohl auch Vollkornmehle in meinem Vorrat haben werde. Bisher habe ich Vollkorn selbst gemahlen. Aber so sehr ich den Getreidemühlenaufsatz meiner Kenwood schätze, es braucht doch eine gewisse Zeit, wenn man mehr als zweihundert Gramm damit mahlen will. Die Kleie stört mich dabei nicht, aber ich muss die Körner zuerst schroten und dann das Mehl auf zwei, drei Schritte aufgeteilt durchlassen. Eine „richtige“ Getreidemühle kann über eine Menge von vier-, sechs-, achthundert Gramm nur ganz müde lächeln. Aber egal, schließlich hole ich meine anderen Mehlsorten auch im Mühlenladen, da bestelle ich einfach meine Vollkornmehle bei Bedarf dazu.

So und jetzt ist das Schatzsuche-Event also vorbei. Insgesamt wurden fünfundvierzig Brote nach Rezepten, die nach 2012 offensichtlich keine Beachtung mehr fanden, gebacken. Keiner der Mitbäcker hat einen kompletten Reinfall gemeldet, was doch sehr auch für die älteren Rezepte in unserem Forum spricht. Meine Nachbackliste ist durch diese Aktion dummerweise noch mehr angewachsen. Wir haben so interessante Brote gefunden, da fällt die Wahl schwer, welches zuerst in den Ofen wandern soll. Es bleibt also auf jeden Fall weiterhin abwechslungsreich in meinem Brotkorb.

Heute habe ich ein etwas außergewöhnlicheres Brotschätzchen zum 3. Event – * Alte Schätze, frisch ausgebuddelt – Brotrezepte * beizusteuern. Rotwein, Feigen, Pinienkerne – wer denkt da nicht an einen warmen Sommerabend im Garten oder auf der Terrasse, am besten mit Meerblick? Aber – es ist Februar im Ländle. Keine warmen Abende draußen, kein Sommer und schon gar kein Meerblick. Aber das Brot gab´s natürlich trotzdem.

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Definitiv kein Alltagsbrot! Obwohl ich einen meinem Geschmack nach wirklich trockenen Rotwein genommen habe, hat das Brot durch die Feigen eine gewisse Süße. Mir hat es gut mit einem Stückchen Käse und am besten mit süßem Belag geschmeckt. Ja, ich bin halt eine ganz Süße. Leider hatte ich vergessen, Ziegenkäse zu kaufen. Ich könnte mir vorstellen, dass es dazu ebenfalls gut passen würde. Aber sicher gibt es Leute, die auf so ein Brot auch Leberwurst streichen würden.

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Suchbilder mit Bärlauch

Von Muschelglimmer - 12.Februar 2015, 15:44 Uhr

Seit Tagen beobachte ich auf meiner Runde, wie sich zwischen winterharten Pflänzchen, altem Laub und weiterem, sehr frühem Grün langsam der Bärlauch aus dem Boden schiebt. Heute hatte ich meine Kamera dabei und habe ein paar Fotos gemacht.

Bärlauch1

Bärlauch2

Bärlauch3

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Käsekuchen mit zwei Schichten

Von Muschelglimmer - 08.Februar 2015, 19:14 Uhr

Heute muss ich unbedingt einmal den Lieblingskäsekuchen der Familie zeigen. Seit ich diesen Käsekuchen 2011 das erste Mal auf eine Kaffeetafel gestellt habe, wird er immer wieder gewünscht und schon viele Male habe ich den Link zum Rezept weitergegeben. Meist ist der Kuchen schneller gegessen, als ich meine Kamera zücken kann. Aber diesmal habe ich es geschafft. Kamera und Stativ rechtzeitig in die Küche geschmuggelt, Tür abgeschlossen und den absoluten Kuchenstar endlich einmal in Ruhe abgelichtet.

Kaesekuchenzweischichtenrand

Manchmal gebe ich ein wenig Zitronenabrieb zur Quarkmasse, manchmal etwas mehr Vanille. Aber immer, immer, immer sind alle hin und weg. Weltbester Käsekuchen wird er oft genannt. Tja, wird wohl was dran sein. ~ schmunzel ~

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Als ich meinen zweiten Schatz, das Leinsamenmischbrot, ausgebuddelt und vorgestellt habe, war ein Mitbäcker aus dem Sauerteigforum gerade damit fertig, sein eigenes Rezept für ein Brot mit Leinsamen zu erstellen. Er meinte, wenn er das Brot aus dem Forum früher gesehen hätte, hätte er nicht selbst herumgebastelt. Ich bin aber froh, dass es so gelaufen ist, denn sonst wäre dieses wundervolle Brot hier womöglich nie entstanden. Der erste Teil der Überschrift ist eine Anspielung auf seinen Nicknamen.

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Nur Leinsamen war dem Teigtänzer aber wohl doch zu langweilig, er wollte auch noch die Kombination Sesam, eher fein mediterran, und Roggen, eher nordisch grob, wie er es bezeichnet, herausarbeiten. Das ist ihm mit diesem Rezept eindeutig gelungen. Durch die geröstete Sesamsaat, das Sesamöl und den großen Anteil an Roggenvollkornmehl erhält das Brot einen mehrschichtigen, runden Geschmack. Bei meinem letzten vorgestellten Brot erzählte ich bereits, dass ich reichlich Leinsamen auf Lager habe. Braunen, aber auch Goldleinsamen. Deshalb habe ich dunkel und hell gemischt, was man im Anschnittbild auch gut erkennen kann. Die Salzmenge habe ich gegenüber dem westfälischen Original auf zwei Prozent gesenkt und statt Honig die gleiche Menge Gerstenmalzextrakt zugegeben. Für die Farbe kam bei mir noch ein schwach gehäufter Esslöffel Traubenkernmehl und 20 Gramm Wasser ins Saaten-Quellstück.

Die Brote durften über Nacht in Ruhe auskühlen und reifen. Als ich gestern angeschnitten und probiert habe, hatte ich zuerst einmal vor allem den Sesamgeschmack auf der Zunge und mir kamen kurz Bedenken, ob der Geschmack nicht zu sehr vom Brotbelag ablenken könnte. Nachmittags hatten wir Besuch und neben diesem Brot habe ich das Paderborner Landbrot von Ketex zum Vesper auf den Tisch gestellt. Bei früheren Gelegenheiten kam das Paderborner immer gut an. Doch dieses Mal musste es eindeutig hinter dem Roggenmischbrot mit Leinsamen und Sesam zurückstehen. Und als wir die beiden Besucherpaare beim Abschied fragten, ob ich das zweite Brot teilen und es ihnen mitgeben solle, haben sie sich zwar zuerst anstandshalber geziert, aber dann sind sie doch strahlend mit je einem halben Brot abgezogen. Meine Bedenken waren also völlig unnötig. Hier tanzt nicht nur der Teig gut handhabbar bei der Zubereitung, sondern später auch der Geschmack sehr angenehm auf der Zunge.

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